Ökumene kommt an der Basis an

2 weeks ago | nac news | in the group Berlin-Brandenburg (Deutsch)

Bezirksapostel Wolfgang Nadolny ist es ein Anliegen, der christlichen Stimme in der Gesellschaft Gehör zu verschaffen. "Wenn das Evangelium Jesu Christi in unserer Umgebung überhaupt noch wahrgenommen werden soll, geht das nur gemeinsam mit allen Christen", hatte er am 12. April 2018 anlässlich eines Informationsabends gesagt und wiederholt dazu aufgerufen, den Kontakt zu anderen Christen zu suchen.

Ökumene sei eine Bewegung, die auf den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen christlichen Konfessionen zielt. Dass diese Zusammenarbeit, neben der Arbeit im Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg, auch auf der Gemeindeebene ankommt, zeigen einige Berichte und Hinweis aus der Region, die wir auszugsweise veröffentlichen.

Mit dem Rad von Kirche zu Kirche

"Schon länger bestehen lose Kontakte zu den benachbarten christlichen Kirchengemeinden in Zehlendorf und der Wunsch, sich gegenseitig näher kennen zu lernen. Am Freitag, 28. September 2018, fand eine gemeinsame Radtour von Mitgliedern des Ökumenischen Netzwerkes Zehlendorf statt. Der Startpunkt für alle 31 interessierten Radler war die Katholische Kirchengemeinde St. Otto in der "Heimat" wo wir Gelegenheit hatten, das Kirchenschiff zu besichtigen, die Orgel zu hören, gemeinsam ein Lied zu singen und auch Kerzen vor dem dortigen Marienaltar anzuzünden.

Danach ging es weiter zur Evangelischen Kirchengemeinde Zehlendorf Schönow-Buschgraben in der Andréezeile. Das Gebäude wurde nach Entwürfen des bekannten Berliner Architekten Frei Otto gebaut. Viel Glas und Licht prägen das Erscheinungsbild, das sowohl an ein Schiff als auch an ein Zelt erinnert. Besonders zu erwähnen ist, dass die Gemeinde ihren Glockenturm, der normalerweise in Ost/West-Richtung erklingt, in Nord/Süd-Richtung ausgerichtet hat. Durch den Mauerbau wurde die Gemeinde von der Teltower Muttergemeinde getrennt. Ein Kontakt war nicht mehr möglich. Der Glockenklang konnte nun über den Teltowkanal in die ehemalige DDR hinüberschallen und so die Verbindung der Gemeindemitglieder in Ost und West zum Ausdruck bringen.

Die dritte Station war unsere Gemeinde, wo der Vorsteher im Multifunktionsraum eine kleine Präsentation zur Geschichte der Gemeinde Zehlendorf und den aktuellen Zahlen und Aktivitäten vorbereitet hatte. Viele der Teilnehmer kannten das Gebäude von außen und äußerten sich positiv über die gelungene Architektur. Als Viertes besuchten wir die Evangelische Kirchengemeinde 'Zur Heimat'. Sehr eindrucksvoll bekamen wir die Geschichte der 1948 gegründeten Gemeinde zu hören, konnten uns im großzügigen Kirchenschiff umsehen und das Orgelprospekt auf der Empore bewundern. Die letzte Station bildete nach knapp fünf Kilometern die Evangelische Stephanus-Kirchengemeinde in der Mühlenstraße. Dort nahmen wir an einer Taizé-Andacht teil."

Fest der Kirchen

'Aus Freude am Glauben' präsentierten am 8. September 2018 Mitgliedskirchen und angeschlossene Initiativen des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg (ÖRBB) ein vielfältiges Programm. Die Neuapostolische Kirche beteiligte sich am Berliner Fest der Kirchen mit einem Marktstand.

Ökumenisch-musikalischer Spaziergang

Im September 2018 gab es auf der Charlottenburger Mierendorff-Insel ein besonderes ökumenisches Projekt. Die vier christlichen Gemeinden im Kiez besuchten sich gegenseitig, um sich in ihrer Vielfalt in Musik und Inhalten näher kennenzulernen. Stationen waren die Evangelische Kirche und Presbyterian Church of Ghana, die Syrisch-orthodoxe Gemeinde Mor Afrem und die Neuapostolische Gemeinde.

Das Glauben der anderen

Ein besonderes Projekt gibt es auch in Berlin-Köpenick: 'Das Glauben der anderen'. Im Stadtteil sind mindestens sieben christliche Kirchen und Gemeinschaften zu Hause. 'Wir treffen uns in unseren Kirchen, feiern Gottesdienste und leben auch in der Woche miteinander. Wir glauben alle an den einen Gott, der sich in Jesus Christus offenbarte und in seinem Heiligen Geist gegenwärtig ist. Unsere Bekenntnisse unterschieden sich in einigen Punkten. Wir könnten dazu nachlesen: Was glauben die anderen? Wir lesen jetzt nicht nach. Wir besuchen uns in unseren Gotteshäusern.', heißt es in der Beschreibung des Projektes. Jeder Gemeindebesuch liefert Informationen zur Geschichte der Konfession und zur jeweiligen Gemeinde. Mitglieder der Gemeinden erzählen davon, was ihnen in ihrem Glauben in ihrer konfessionellen Prägung wichtig ist und was sie trägt. Neben moderierten Gesprächen können Interessierte hören, welche Lieder, Gebete und Texte der jeweiligen Gemeinde besonders wichtig sind.

Gelebte Ökumene in Bestensee

"Seit geraumer Zeit findet freitags der Bibelhauskreis in Bestensee mit katholischen, evangelischen und neuapostolischen Christen sowie mit Baptisten aus der Umgebung statt. Dazu finden sich zirka zwölf Christen zusammen. Sie beschäftigen sich mit der Bibel, beten, singen oder tauschen sich im Gespräch über den Glauben aus. Die praktische Umsetzung des ökumenischen Gedankens gipfelte 2018 im Konzert des neuapostolischen Kirchenchores der Gemeinde Bestensee und eines 'Krippenspiels aus Sicht der Hirten' in der der evangelischen Kirche Bestensee."

Lebendiger Adventskalender

"Unter dem Motto 'Lebendiger Adventskalender der Zehlendorfer Südwest-Gemeinden' waren im Dezember 2018 die benachbarten christlichen Kirchen an verschiedenen Abenden für Besucher geöffnet. Die Gemeinde Zehlendorf öffnete am 19. Dezember ihre Türen. Auf dem Kirchenparkplatz neben dem Eingang brannten Holzscheite in einem Feuerkorb und sorgten am schon dunklen Abend für eine warme und einladende Atmosphäre. Es erklang der Adventszeit entsprechende Orgelmusik, wir sangen Weihnachtslieder und die Räume der Kirche konnten besichtigt werden."

Allianzgebetswoche

Im Januar 2019 nahmen einige neuapostolische Gemeinden an der Allianzgebetswoche teil. Die Gemeinde Lauchhammer öffnete um 19 Uhr die Türen für Christen aus Lauchhammer, die diese allabendlichen Gebetsrunden aktiv mitgestalten wollten. Das Thema des Abends war 'Träger der Hoffnung sein'.

Nacht der offenen Kirchen

2019 kooperierte die 'Nacht der offenen Kirchen' in Berlin zum ersten Mal mit dem vom Bundesfamilienministerium geförderten Projekt 'Tag der Nachbarn'. Auch hieran nahmen einige neuapostolische Gemeinden teil. In Brandenburg blieb es bei dem ursprünglichen Termin zu Pfingsten. Aus Cottbus wird berichtet:

"Zum ersten Mal nahmen wir als Neuapostolische Kirchengemeinde an der in Cottbus stattfindenden Nacht der offenen Kirchen teil, die zum 17. Mal durch die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen organisierten Kirchengemeinden jeweils am Pfingstsonntagabend durchgeführt wird. Noch als die Chorgruppe sich auf das bevorstehende kleine Programm einsang, konnten wir erste Gäste begrüßen, die der durch die geöffneten Fenster gut zu hörenden Musik folgten. Unter dem Thema: 'Pfingsten - zum Geburtstag laden wir dich herzlich ein' ermöglichten wir einen Einblick in unsere Gemeinde. An den Vorbereitungen waren viele Gemeindemitglieder beteiligt: Kinder bastelten Symbole zum Pfingstfest, die Jugend zeigte Videoausschnitte der Pfingstgottesdienste der letzten Jahre sowie des vor einer Woche in Düsseldorf feierlich beendeten Internationalen Jugendtages. Im oberen Foyer waren Informationstafeln unserer Kirche zu besichtigen und im Kirchenraum wurde ein kleines Programm mit Bibellesung und Liedern zum Pfingstfest jeweils um 21 und 22 Uhr aufgeführt."

Ökumenischer Pfingstempfang

In Fürstenwalde hat man sich gefragt: 'Wie viel Stille braucht die Stadt?' Eine Teilnehmerin berichtet vom ökumenischen Pfingstempfang: "Pfarrer Martin Haupt begrüßte die Gäste und übergab dann an Pfarrer Jens-Peter Erichsen, der das Podiumsgespräch zum o.g. Thema leitete. Seine Gäste waren die Leiterin eines Yogastudios Beate Willer, Meditationsleiter Gerd Gesche, Schwester Gundula Eichler vom Tagungshaus Malche und der Musiker Harald Wenzek. Wir leben in einer hektischen Zeit. Ist äußere Stille gleich innere Stille? Ist Stille gleich Schweigen? Erreichen wir Stille durch Loslassen? Müssen wir alles schnell tun oder geht es auch langsam? Unterscheiden wir Wesentliches und Dringliches von dem, was warten kann? Lassen wir Stille überhaupt zu? Gott schuf die Welt und ruhte am 7. Tag. Wie halten wir es damit? Auf Fragen wie diese suchten die Gesprächsteilnehmer Antworten. 'Was für ein Geschäft treibt ihr?' - 'Wir trieben keins, Herr. Es treibt uns.' Mit diesen Worten zitierte Pastor Dirk Lohrengel Kurt Tucholsky und rief dazu auf, besinnlich zu Werke zu gehen."

Christlicher Dialog der Gemeinden

In weiteren Gemeinden ist der ökumenische Dialog erst im Entstehen. So berichtet die Gemeinde Berlin-Prenzlauer Berg von ersten Gesprächen mit dem ökumenischen Arbeitskreis. Hier nimmt man auch an gemeinsamen Veranstaltungen teil oder besucht sich anlässlich des Tages der Nachbarn. In einem nächsten Schritt ist eine gemeinsame musikalische Veranstaltung mit dem Chor der Katholischen Gemeinde 'Heilige Familie' in Planung. In den jeweiligen Gemeindezeitungen ist ein Interview mit Hirte Melchior erschienen. Ein 'Gegeninterview' mit der Leiterin des ökumenischen Arbeitskreises wird im August im Gemeindebrief und auf der Webseite der Gemeinde Prenzlauer Berg erscheinen.

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