Gemeindejubiläum in Bielefeld: Gründung liegt 150 Jahre zurück

2 months ago | nac news | in the group Westdeutschland

Bielefeld. Mit einem Festgottesdienst begingen die neuapostolischen Christen in Bielefeld den Abschluss ihrer Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum der Kirche in der Stadt. Bezirksapostel Rainer Storck feierte diesen Gottesdienst mit ihnen am 5. Mai 2019 in der Rudolf-Oetker-Halle in Bielefeld.

Ein breitgefächertes Festprogramm hatte ein Jahr lang Einblicke in die Historie und das aktuelle Leben der Gemeinde Bielefeld-Mitte gegeben. Unter dem Motto „Gott begegnen. Gemeinschaft leben.“ gab es Konzerte, Andachten, Vorträge, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und vieles mehr. Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen bereits 2018 mit einem Auftaktgottesdienst am 8. Juli in der Kirche Quelle-Steinhagen.

Zum Gottesdienst mit anschließendem öffentlichen Neujahrsempfang hatten die Bielefelder für Sonntag, den 27. Januar 2019 nach Bielefeld-Mitte eingeladen. Bischof Peter Johanning konnte dazu den Bürgermeister von Steinhagen, Klaus Besser, und mit Hans-Jürgen Franz einen der Bezirksbürgermeister aus Bielefeld begrüßen.

Bürgermeister Besser erwähnte in seinem Grußwort an die versammelte Gemeinde einen Aspekt der historischen Entwicklung: "Wir haben in Steinhagen eine Niehaus-Siedlung direkt neben der Queller Kirche, die an den ersten Leiter ihrer Kirche, Stammapostel Hermann Niehaus erinnert." Er dankte für langjährige gute Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde Steinhagen und nannte insbesondere das Engagement bei der Integration geflüchteter Menschen aus anderen Nationen.

Bielefeld und Quelle-Steinhagen – ein Blick in die Historie

Was die Gemeinde Quelle-Steinhagen mit dem Jubiläum in Bielefeld zu tun hat, das hatte Matthias Eberle vom Netzwerk Apostolische Geschichte bereits im August 2018 in einem Vortrag über „Die Anfänge im Jahr 1868“ in der Kirche in Quelle-Steinhagen erläutert: „Es gab eine junge Gemeinde im Raum Bielefeld mit zwei Gottesdienststandorten.“

Gottesdienste wurden ab 1868 in Quelle, dem Wohnsitz der Familie Niehaus gehalten. Ab 1869 versammelten sich die Gläubigen wechselweise auch in Bielefeld, dem Wohnsitz von Evangelist Friedrich Wilhelm Menkhoff, der von Amsterdam aus vom damaligen Apostel Wilhelm Schwartz zur Mission nach Bielefeld gesendet wurde. Erst im Jahr 1929 wurde die Gemeinde Quelle-Steinhagen als eigenständige Gemeinde gegründet.

Die Pioniere Menkhoff und Niehaus

Und damit waren auch die beiden Pioniere genannt, die mit der Gründung der Gemeinde Bielefeld unvergessen verbunden sind. Der eine – Friedrich Wilhelm Menkhoff – gebürtig 1826 im westfälischen Wallenbrück, einem Vorort des heutigen Spenge, war von Haus aus evangelischer Wanderprediger. Er entstammte einer der vielen Erweckungsbewegungen und hatte bei seiner pastoralen Tätigkeit in den Niederlanden Apostel Wilhelm Schwartz kennengelernt, der ihn in seine westfälische Heimat entsandte, um von der apostolischen Bewegung zu zeugen. Später wirkte Menkhoff selbst als Apostel im Bereich Westfalen.

Der andere – Hermann Niehaus, geboren 1848 – war ein Landwirt aus Quelle, und lernte Menkhoff bei dessen verwandtschaftlichen Besuchen in der Nachbarschaft kennen. Er ließ sich von Menkhoff und seiner apostolischen Lehre begeistern, wurde später sein Nachfolger und übernahm 1905 das Amt des Stammapostels in der damals noch jungen neuapostolischen Kirche.

Die Gemeinden Bielefeld-Mitte und Quelle-Steinhagen zählen zum Bezirk Bielefeld, zu dem weitere neun Gemeinden gehören. Etwa 3.400 Christen bekennen sich in Bielefeld zum neuapostolischen Glauben. Bielefeld und Quelle sind dabei Startpunkte für fast alle Gemeindegründungen in Westfalen, Viele Gemeindechroniken zeugen von der Dynamik, die von hier ausging.

Gott begegnen. Gemeinschaft leben.

Dem Festgottesdienst zum Abschluss des Jubiläumsjahrs legte Bezirksapostel Rainer Storck das Bibelwort zugrunde: "Dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!" (Lukas 8,aus 48)

„Euer Jubiläumsmotto 'Gott begegnen. Gemeinschaft leben.' hat mich zu diesem Bibelwort geführt", erläuterte der Bezirksapostel. Die Begegnung der von Lukas erwähnten kranken Frau mit Jesus und als sie ihn anrührte, hätte eine Kraft ausgelöst, so der Bezirksapostel. Die Reaktion des Gottessohnes gebe das zitierte Bibelwort wieder: "Dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!"

"Gott lässt sich auch heute erfahren, wenn wir ihm begegnen, beispielsweise in den Gottesdiensten“, führte der Bezirksapostel weiter aus. Dann helfe der Glaube, dass neue Kraft übermittelt werde und wieder Friede in die Seele einzöge.

Der Bezirksapostel wünschte den Gläubigen aus Bielefeld weiterhin gesegnete Begegnungen mit Gott und damit ein Leben in der Gemeinschaft mit ihm. „Bewahrt euch eure Begeisterung. Nehmt den Schwung aus dem Jubiläum mit in die kommende Zeit!“

Ein buntes musikalisches Programm

Zur musikalischen Gestaltung des Festgottesdienstes trugen der Bielefelder Kammerchor und das Bezirksorchester ebenso bei wie ein Kinderchor und der Chor „African Voices Angola“.

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