Hier sind wir: Ökumene am IJT

4 weeks ago | nac news | in the group Internationaler Jugendtag 2019

Die Arbeitsgruppe Kontakte zu Konfessionen und Religionen (AG KKR) präsentiert sich am Internationalen Jugendtag mit Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen, deren Themen recht unterschiedlich sind. Die IJT-Redaktion hat Apostel Volker Kühnle und Bischof Peter Johanning gefragt, was dahintersteckt.

Nicht bei jeder der im Rahmen der Ökumene geplanten Veranstaltung erschließt sich der Zusammenhang mit Ökumene auf den ersten Blick - was haben zum Beispiel Verschwörungstheorien (am 1. Juni um 11 Uhr im CCD-Süd) oder Ernährung (am 1. Juni um 13.30 Uhr in Halle 8a) mit diesem Thema zu tun?

Bischof Johanning: Es sind die Referenten, die etwas mit unserer Arbeitsgruppe zu tun haben. Wir kennen sowohl Dr. Andreas Fincke als auch Dr. Kai Funkschmidt schon viele Jahre. Ich habe sie im Vorfeld gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, aktiv am IJT teilzunehmen. Gekommen wären sie ohnehin, doch ich wollte sie gern in Veranstaltungen einbinden. Die Vorträge, die sie anbieten, werden gewiss spannend aufbereitet sein. Beide sind Fachleute in diesen Themen und haben bereits viel dazu publiziert.

Mit welchen Erwartungen kommen die externen Referenten nach Düsseldorf? Wer sind sie, welchen Bezug haben sie zur Neuapostolischen Kirche?

Bischof Johanning: Dr. Kai Funkschmidt ist Referent bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin. Die EZW beschreibt Bewegungen, Veränderungen und Beziehungen in/zu Kirchen, konfessionellen Gemeinschaften und Weltanschauungen. Von daher war und ist er auch Beobachter der Neuapostolischen Kirche.

Dr. Andreas Fincke ist heute Studentenpfarrer und Leiter der Evangelischen Stadtakademie in Erfurt. Früher war er ebenfalls Referent in der EZW. Er hat mehrere Aufsätze über die Neuapostolische Kirche verfasst und gilt als guter Kenner der apostolischen Lehraussagen. Als Hochschulpfarrer ist er prädestiniert für einen Vortrag vor jungen Leuten.

Im Dialog mit anderen

Im Gespräch mit Weihbischof Rolf Steinhäuser wird es um die Berührungspunkte zwischen katholischer und Neuapostolischer Kirche (am 31. Mai um 15 Uhr im CCD Süd) gehen. Fließen dabei auch evangelische Positionen ein?

Bischof Johanning: Nein, eher nicht. Weihbischof Steinhäuser ist unter anderem Mitglied der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz der Katholischen Kirche in Deutschland. Von daher werden also auch ökumenische Grundfragen mit in das Gespräch einfließen. Außerdem wird Apostel Clément Haeck aus der NAK Westdeutschland mit auf dem Podium sitzen; er wird die neuapostolische Sicht zu bestimmten Fragen beitragen.

Welches Ziel verfolgt die Podiumsdiskussion mit Konvertiten (am 1. Juni um 13 Uhr im CCD Süd)?

Bischof Johanning: Wenn jemand in eine andere Kirche konvertiert, gehen dem spannende, manchmal auch sehr belastende Entwicklungen voraus. Wir wollen Christen, die heute Mitglied in einer Kirche sind, in der sie nicht getauft wurden, auf diese Entwicklungen hin befragen und aus ihrem Umgang mit Konversion zu lernen. Immer wieder haben wir als Neuapostolische Kirche ja auch Aufnahmen von Christen, die ehemals evangelisch, katholisch oder freikirchlich waren und nun neuapostolisch werden wollen. Und umgekehrt gilt das gleiche: Immer wieder einmal wechseln auch neuapostolische Mitglieder in andere Kirchen. Wie geschieht das? Warum geschieht das? Diese Fragen wollen wir beantworten.

Relevanz und Verständlichkeit von Predigten ist momentan ein Thema in mehreren Konfessionen. Steht unsere Kirche im Austausch mit anderen? Und für wen ist der Workshop "Dem Prediger aufs Maul geschaut" (am 1. Juni um 9.30 Uhr in Halle 7.1) in erster Linie gedacht – für Prediger oder für Zuhörende?

Apostel Kühnle: Für beide! In manchen Gesprächen, auch mit ökumenischen Gesprächspartnern, zeigt sich, dass theologische Begriffe und biblische Geschichten heute teilweise kaum mehr bekannt sind. Der Prediger, der sich dessen nicht bewusst ist, muss sich nicht wundern, dass sich seine Aussagen den Rezipienten nicht erschließen und der Gehalt seiner Predigt in Frage gestellt wird … Vergleichbares gilt auch für die so genannten Neuapostolizismen, also Begriffe, die zumindest uns Älteren noch recht vertraut sind, die aber heute kaum mehr verstanden werden. Ziel des Workshops ist es, theologische und typisch neuapostolische Begriffe, die heute schwer verständlich sind, zu identifizieren und zu interpretieren, ohne dass ihre Bedeutung verändert wird. Wenn wir stattdessen zeitgemäße Begriffe finden können, ist sicherlich beiden gedient – Predigern und Zuhörern. 

Geht es in dem Podiumsgespräch "Christentum und Islam" (am 1. Juni um 17 Uhr im CCD Süd) allein um theologische Aspekte oder auch um das Zusammenleben der Gläubigen (zum Beispiel interreligiöse Ehen)? Wird der interreligiöse Dialog in Zukunft stärker in den Fokus der AG KKR rücken?

Apostel Kühnle: Die theologischen Aspekte gebührend zu betrachten, würde den Rahmen jedes Podiumsgesprächs sprengen. Es geht vielmehr um praktische Fragen des friedlichen Miteinanders. Dass in diesem Kontext die unterschiedlichen theologischen Überzeugungen zur Sprache kommen und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, ist Ziel des Podiumsgesprächs.

In einer zunehmend multireligiösen Gesellschaft ist der interreligiöse Dialog unverzichtbar – und darin eingebunden sind auch die wachsenden weltanschaulichen Gruppen.

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