"Wir können auf unsere Kirche stolz sein!"

6 months ago | nac news | in the group Internationaler Jugendtag 2019

Die neuapostolischen Jugendtage mit den meisten teilnehmenden Jugendlichen europaweit richtet Bezirksapostel Michael Ehrich in Süddeutschland aus. Anlass für uns, ihn zu seinen Erwartungen an den Internationalen Jugendtag 2019 (IJT) und zu seinen Ideen und Konzepten für zeitgemäße Jugendarbeit zu befragen.

Baden-Württemberg und Bayern bilden die Gebietskirche Süddeutschland. Wie viele neuapostolische Jugendliche gibt es dort?

Laut Mitgliederdatenverwaltung (MDV) gehen wir von ungefähr 9.300 aktiven Jugendlichen aus.

Haben Sie eine Erklärung dafür, dass in Süddeutschland offensichtlich mehr Jugendliche aktiv sind als im deutschen Durchschnitt?

Es gibt generell ein Nord-Süd-Gefälle in der Bevölkerung, was die Identifikation mit Kirche anbelangt. Und im Osten ist historisch bedingt, durch die DDR-Zeit, das Christentum besonders schwach repräsentiert. Daher glaube ich, wir liegen einfach im allgemeinen Trend. Das große Engagement unserer Jugendlichen erlebe ich zum Beispiel in Jugendstunden. Ich halte etwa drei bis vier Jugendstunden im Jahr, zu denen Jugendliche aus ein oder zwei Bezirken zusammenkommen. Diese Jugendlichen sind engagiert, sie sind interessiert, sie haben Fragen, sie identifizieren sich mit der Kirche.

International gesehen: Wissen die Jugendlichen in den von Ihnen betreuten Gebieten, dass 2019 der Internationale Jugendtag stattfinden wird?

Ja, das wird auch dort kommuniziert. Ich habe mich mit einigen Aposteln besprochen, wie wir vorgehen: Wir laden aus den beiden Ländern in Westafrika, in denen wir die meisten Geschwister haben – Ghana und Nigeria – je 15 Jugendliche ein, aus der Ukraine kommen 70 oder 80 Teilnehmer, vielleicht noch einige aus den Balkanländern, Israel oder den arabischen Ländern. Wir finanzieren einen Großteil der Reise, aber etwas müssen die Jugendlichen auch selbst beitragen. Wir können leider nur eine kleine Gruppe einladen. Mit Bezirksapostel Rainer Storck, der ebenfalls afrikanische Länder betreut, habe ich mich da abgestimmt. Er macht es genauso.

Häufig erreichen uns Anfragen von Geschwistern, die Jugendlichen aus anderen Ländern die Teilnahme am IJT ermöglichen möchten. Was können sie tun?

Das ist schwierig. Einfach ins Blaue hinein einen bestimmten Jugendlichen zu unterstützen, kann mehr Schwierigkeiten bringen, als es einen Nutzen hat. Wenn man Geschwistern in armen Ländern etwas Gutes tun möchte, dann ist es besser, das über die kirchlichen Hilfswerke zu tun. Zum Beispiel bietet unser süddeutsches Hilfswerk „human aktiv“ die Möglichkeit, Patenschaften zu übernehmen oder Hilfsprojekte zu unterstützen.

Angekommen in Düsseldorf: Worauf freuen Sie sich am meisten beim IJT?

Der Gottesdienst ist der Höhepunkt. Aber ich freue mich auch darauf, mich mit Jugendlichen auszutauschen, mit ihnen sprechen zu können, einfach die Gemeinschaft zu genießen. Ansonsten lasse ich alles auf mich zukommen, ich werde sicherlich ab und zu an unserem Stand vorbeischauen, auch mal bei den anderen Gebietskirchen, aber ein festes Programm für den IJT habe ich nicht.

Wie wird sich die Gebietskirche Süddeutschland dort präsentieren?

Die Gebietskirchen präsentieren sich nicht einzeln, sondern die Bezirksapostelbereiche. Für meinen Arbeitsbereich haben wir zum Beispiel eine Skype-Schaltung mit Jugendlichen aus Westafrika und aus der Ukraine geplant. Natürlich wird es an unserem Stand auch um die Vorstellung einiger süddeutscher Spezifika gehen, wie etwa unsere Akademie oder die Konzeption „Achtsamkeit“.

Kommunizieren Sie innerhalb der Gebietskirche, dass die Jugendlichen auch Freunde zum IJT einladen können?

Ja, ich habe eine kleine Ansprache an die Jugend gehalten, das mache ich einmal im Jahr. Früher habe ich für die „Jugendinfos“ einen Text geschrieben, heute machen wir einen kleinen Film. Und darin habe ich auch darauf hingewiesen, dass man Freunde und Freundinnen mitbringen sollte – wir haben ja etwas anzubieten, wir können auf unsere Kirche stolz sein.

Ist das vielleicht auch ein Anlass, um Jugendliche anzuschreiben, die die Gottesdienste nicht mehr besuchen?

Absolut. Ich denke, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Aber dazu kann ich nur die Anregung geben, letztlich muss das über die Gemeinde geschehen. Ideal würde ich es finden, wenn junge Geschwister aus der Gemeinde zu Jugend­lichen gehen, die nicht mehr kommen, und sie einladen.

Welche Auswirkungen erhoffen Sie sich von diesem Ereignis?

Ich wünsche mir sehr, dass das Motto „Hier bin ich“ zu einem „Hier bleibe ich“ wird.

Interview - Auszug entnommen aus: "Unsere Familie", Ausgabe Nr. 04, S. 38-43 © Verlag Friedrich Bischoff GmbH, Neu-Isenburg (Die Fragen stellte Andrea Schnizer)

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