Gesten sagen mehr als Worte

3 months ago | nac news | in the group Berlin-Brandenburg (Deutsch)

Ein besonderes Wochenende erlebten etwa 230 Besucher in Berlin: Hörgeschädigte Kirchenmitglieder aus ganz Deutschland versammelten sich zu ihrem Jahrestreffen in der Hauptstadt.

Am Samstag ging es kurz nach der Ankunft in Berlin-Charlottenburg weiter zum nahen Schiffsanleger am Ufer der Spree. Etwa drei Stunden hieß es dann: Sightseeing. Und in der Tat hat man auch vom Wasser aus einen interessanten Blick auf die Hauptstadt. So ging es mit der "Mark Brandenburg" die Spree flussabwärts am Westhafen vorbei und später auf dem Spandauer Schifffahrtskanal bis nach Berlin-Mitte.

Am Sonntag feierte Bezirksapostel Wolfgang Nadolny den Gottesdienst mit dieser besonderen Gemeinde. Eingeladen in die Kirche Berlin-Charlottenburg, gestalteten der dortige Gemeindechor und der Gebärdenchor den Gottesdienst mit. Als Grundlage seiner Predigt verwendete Bezirksapostel Nadolny das bekannte Bibelwort: "Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich." (Mt. 5,3) Geistlich arm sei nicht gleichzusetzen mit 'dumm', betonte der Bezirksapostel. Es bedeute, sich bewusst zu sein, "dass wir in allen Dingen von Gott abhängig sind". Die Gemeinde hörgeschädigter Geschwister zeichne aus, dass man "bereit ist, Hilfe anzunehmen". Diese Bereitschaft sei auch auf geistigem Gebiet nötig. Apostel Wolfgang Schug (Gebietskirche Westdeutschland) betonte die Unterschiedlichkeit jedes einzelnen. Diese "Unterschiede schließen uns nicht von der Gemeinschaft mit Gott aus." Vor Gott zähle nur, "was im Herzen steht". "Danke, dass ihr treu seid, trotz aller Schwierigkeiten."

Die Betreuung hörgeschädigter Kirchenmitglieder in Berlin begann eigentlich in Niedersachsen. Dort nahmen die ersten Berliner in den 1970er Jahren an Gottesdiensten für Hörgeschädigte teil. Der erste Gottesdienst in Berlin, der in Gebärdensprache übersetzt wurde, wurde im Jahr 1989 gefeiert. Seit etlichen Jahren gibt es jährliche, deutschlandweite Treffen. In Berlin war man zuletzt 2010 zusammen. Ab 2019 werden die Übertragungsgottesdienste des Stammapostels auch in Gebärdensprache übersetzt.

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