Kirche im Gespräch: Lehre, Glaube, Leben

vor 3 Monaten | nacworld Team | in der Gruppe nacworld

Die Hylton Chapel etwas außerhalb von Washington bietet ideale Möglichkeiten sowohl für den ersten amerikanischen Kirchentag als auch für den Gottesdienst am heutigen Sonntag. Am Samstagnachmittag fanden hier auch die NAC-Talks statt.

Zuerst sprach Bezirksapostel John Kriel (Afrika-Süd) über das Thema „Work with what you have“. Manche, so der Kirchenleiter aus Kapstadt, seien unglücklich mit dem, was sie haben. Das Leben habe ihnen übel mitgespielt. Er kenne das auch aus eigener Anschauung. Als junger Mann hatte er einen Unfall und brach sich dabei die Hüfte. Eine lange Zeit musste er an Krücken laufen, ein Bein war kürzer als das andere.

Mit dem Vorhandenen arbeiten

Doch immer hatte er den Wunsch, eines guten Tages wieder ohne Krücken laufen zu lernen. Er schaffte das durch hartnäckiges Training. Jemand, der ihn beim Gehen beobachtete, fragte nach, warum er humpelte.

Seine direkte Antwort an ihn: „Ich humpele nicht, ich gehe ohne Krücken!“ Jahre später konnte er sogar seinen Kindheitstraum verwirklichen und am Cape Town Marathon teilnehmen. Er machte zwar nicht die ganze Strecke, sondern „nur“ 21 Kilometer, er lief auch nicht, sondern ging – doch er hatte teilgenommen! Sein Appell an die vielen Zuhörer: Auch, wenn die Gemeinde nur klein ist und wenig vorzuweisen habe – auch wenn keine Orgel, kein Chor da sei: „Lasst uns mit dem arbeiten, was wir haben.“

Gegensätze und Gemeinsamkeiten

Bezirksapostel Michael Deppner (DR Kongo West) zeigte anschließend einen interessanten Einblick in seine Arbeit im Kongo. Unter dem Titel „NAC Life in the Congo – urban vs. rural” verdeutlichte er den großen Unterschied zwischen den ländlichen und städtischen Gemeinden. In vielen Dörfern auf dem Land gebe es keine Elektrizität, kein Radio, keinen Fernseher, kein Internet. Die Dorfbewohner sitzen gern beieinander, bilden eine starke Gemeinschaft. Gottesdienste seien hier ein ganz besonderes Angebot!

Anders dagegen in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa: Sie zählt elf Millionen Einwohner, 350.000 davon sind neuapostolisch. Das macht 1700 neuapostolische Gemeinden in 212 Bezirken allein in dieser einen Stadt. Hier sind die Herausforderungen ganz andere: Es fehlen Kirchengebäude in erreichbarer Nähe.

Herausforderungen annehmen

Auch Bezirksapostel Raúl Montes de Oca aus Brasilien verblüffte die Zuhörer. Das riesige Gebiet ist fast so groß wie die USA und hat doch nur wenige neuapostolische Gemeinden. Die ungeheuer weiten Strecken seien nur schlecht zu bewältigen. Dennoch seien die Gemeindemitglieder freudig und voller Tatendrang.

Zuletzt sprach noch Evangelist Reinhard Kiefer aus Deutschland über das Thema des Kirchentages „And they continued …“ aus der Apostelgeschichte 2. Die erste christliche Gemeinde hatte noch kein Gebäude. Man traf sich in den Häusern christlich gewordener Familien. Zwar gingen sie anfänglich auch noch in die Synagogendienste, doch schon bald bildeten sich ganz eigene Werte heraus. Etwa die Taufe. Sie bilde seitdem das Eingangstor zum Christsein, so der Theologe. „Gott nimmt den Menschen an, und der Mensch wendet sich Gott zu. Die Taufe ist also zugleich Gottes Gabe und Bekenntnis des Menschen.“

Beten, wie Jesus betete

Die Lehre der Apostel, wie es in der Apostelgeschichte 2 weiter heißt, war keine eigene Lehre der damaligen Apostel. „Sie gaben das weiter, was sie von Jesus gehört hatten und genossen deshalb eine besondere Autorität.“

„Das Bild vom Brotbrechen bedeutet nichts Anderes, als dass Jesus das Brot mit seinen Jüngern brach“, betonte Kiefer. Das habe Jesus immer wieder getan, es sei eine Art Erkennungszeichen geworden. Sogar den auferstandenen Christus habe man daran erkannt. „Wo immer sich Christen treffen, brechen sie das Brot“.

Und schließlich folgt in der Apostelgeschichte noch das Gebet. „Jesus ist der, der die Menschen das Beten lehrt.“ Das Beten wie Jesus gehöre damit zur christlichen Gemeinde. Das Vaterunser zum Beispiel gibt den Christen einen Maßstab, wie sie beten sollen: „Kurz, präzise, lobend, dankend!“

Autor: Peter Johanning

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