Catechismus

6 Die Kirche Jesu Christi

Die Kirche Jesu Christi ist vom Herrn selbst auf Erden gestiftet worden. In ihr wird Menschen das Heil zugänglich; in ihr bringen Menschen Gott Anbetung und Lobpreis dar.

6.1 Zum Begriff „Kirche“ Nach oben

„Kirche“ leitet sich ab aus dem griechischen „kyriake“ („dem Herrn gehörig“). Das Neue Testament benutzt dafür den Begriff „ekklesia“ („die Herausgerufene“). Übersetzt wird „ekklesia“ mit den Worten „Versammlung, Gemeinde, Kirche“.

Der Begriff „Kirche“ hat im allgemeinen Sprachgebrauch unterschiedliche Bedeutungen. Er meint zum einen ein christliches Gotteshaus als Versammlungsstätte der Gläubigen, zum anderen eine Versammlung von Menschen christlichen Glaubens, die Ortsgemeinde. Außerdem wird damit eine christliche Denomination bezeichnet. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf die „Kirche“ als Gegenstand des Glaubens.

Die der Kirche Jesu Christi zugehörigen Menschen sind von Gott herausgerufen zur ewigen Gemeinschaft mit ihm selbst, also mit Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Mittelpunkt des kirchlichen Lebens ist der Gottesdienst. Inmitten der Kirche bereitet Jesus Christus seine Brautgemeinde durch Apostel auf sein nahes Wiederkommen zur Hochzeit im Himmel vor.

6.2 Biblische Grundlegung Nach oben

Die Bestimmung der Kirche Jesu Christi besteht einerseits darin, dem Menschen Heil und ewige Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott zugänglich zu machen, und andererseits darin, Gott Anbetung und Lobpreis darzubringen.

6.2.1 Alttestamentliche Hinweise auf die Kirche Jesu Christi Nach oben

Der Mensch kann nach dem Sündenfall nicht in der unmittelbaren Gemeinschaft mit Gott bleiben. Er muss den Lebensraum verlassen, in dem Gott ihm Begegnung mit sich gewährt hat. Durch die Sünde ist der Mensch dem Tod verfallen. Aus dieser Todesverfallenheit will Gott den Menschen erlösen, ihm Heil schenken und die ewige Gemeinschaft mit sich selbst bereiten.

Von Anbeginn trägt Gott Sorge für den Menschen. Bei der Vertreibung aus dem Garten Eden kleidet der Schöpfer den Menschen und sagt zu, dass ein Nachkomme der Frau den Verführer besiegen werde (1Mo 3,15).

Die Erkenntnis, dass der Mensch grundsätzlich auf Gott angewiesen ist, kommt im Alten Testament immer wieder zur Sprache. Sie fand ihren unmittelbaren Ausdruck in der Errichtung von Altären und im Darbringen von Opfern.

Die Sünde wird im Lauf der Zeit übermächtig; die Menschen wenden sich immer mehr von Gott ab. Deswegen lässt Gott die Menschheit in der Sintflut, einem göttlichen Gericht, umkommen. Noah und seiner Familie schenkt er Gnade. Sie finden Rettung in der Arche. Gott schließt mit ihnen einen Bund, in dem er allen Nachkommen des Menschengeschlechts Bewahrung und Zuwendung zusagt. Als Bundeszeichen gibt er den Regenbogen.

Diese Geschehnisse sind Hinweise auf Gottes Heilstaten, die sich später in der Kirche Christi vollziehen werden: Gott wendet sich dem Menschen zu, er umsorgt und bewahrt ihn, er nimmt ihn in seinen Bund hinein. Ausdrücklich deutet 1. Petrus 3,20.21 die Rettung in der Arche als Vorbild der Taufe, durch die im Neuen Bund Rettung erfolgt. Demzufolge wird in der christlichen Tradition die Arche als Bild für die Kirche Christi verstanden.

In den Bund mit Noah sind alle Menschen einbezogen. Mit der Erwählung Abrahams wird ein weiterer Bund begründet, der Abraham und seine Nachkommen in eine besondere Beziehung zu Gott ruft: Sie werden zu Gottes erwähltem Volk. Äußeres Zeichen dieses Bundes ist die Beschneidung. Dieser Bund wird gegenüber Isaak und Jakob bestätigt.

Als Mose auf dem Berg Sinai von Gott die Zehn Gebote empfing und diese dem Volk Israel im Auftrag Gottes weitergab, offenbarte Gott seinen Willen in Form eines Gesetzes. Dies wurde einer Versammlung, einer Gemeinde, kundgetan.

Im Gesetz ist festgelegt, wie sich das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander gestalten soll. Es stellt Regeln für den rechten Gottesdienst auf. Dieser bestand in dem durch die Priester vollzogenen Opferritus in der Stiftshütte sowie in der Verehrung und Hinwendung des Volkes zu Gott durch Gebet, Bekenntnis und Gehorsam. Zu diesem Gottesdienst war Israel als das von Gott erwählte Volk berufen.

Auch diese Elemente des Alten Bundes verweisen auf Jesus Christus und die Stiftung der Kirche: Der Alte Bund verweist auf den Neuen Bund, das Bundeszeichen der Beschneidung auf die Taufe, das Kundtun des göttlichen Willens auf die Predigt des Wortes Gottes, der priesterliche Opferdienst auf das Heilige Abendmahl und seine Verwaltung durch das bevollmächtigte Amt, Gebet und Bekenntnis verweisen auf die Anbetung des dreieinigen Gottes im christlichen Gottesdienst.

Der alttestamentliche Gottesdienst hatte im Tempel zu Jerusalem einen zentralen Ort, an dem er in feierlicher Weise begangen wurde. Dort stand das Haus des Herrn, wo man zusammenkam, um Gott zu preisen (Ps 122) und ihm Opfer darzubringen. Dies änderte sich mit der Zerstörung des Tempels und der darauf folgenden Babylonischen Gefangenschaft des jüdischen Volkes. In dieser Zeit versammelte man sich zum Synagogen-Gottesdienst, in dem das Wort Gottes, das Gesetz, vorgelesen und ausgelegt wurde. Der Opferdienst konnte allerdings nicht durchgeführt werden; insofern war dieser Gottesdienst defizitär. Als nach der Babylonischen Gefangenschaft der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut und der Opferdienst möglich war, trafen sich die Gläubigen weiterhin auch in Synagogen zum Gottesdienst, in dem das Wort im Mittelpunkt stand.

Hier ist ein Verweis auf die neutestamentliche Gemeinde gegeben, in deren Mitte Jesus Christus als das Fleisch gewordene Wort gegenwärtig ist (Joh 1,1). Der Hebräerbrief deutet den Alten Bund mit Gesetz, Opferdienst, Beschneidung und Priestertum als „Schatten“, also Vorwegnahme, des Neuen Bundes (Hebr 8,5; 10,1). Der Schatten ist nicht das Eigentliche — er verweist lediglich auf das Eigentliche. Nicht der Alte Bund ist vollkommene Heilseinrichtung Gottes, sondern erst der Neue Bund, den Jesus Christus gestiftet hat.

So ist im erwählten Volk des Alten Bundes angedeutet, was sich im Volk Gottes des Neuen Bundes, in der Kirche Jesu Christi, verwirklicht.

6.2.2 Anfang der Kirche Jesu Christi Nach oben

Alles, was Kirche begründet und ist, hat seinen Ursprung in Person und Tat Jesu Christi, der das Heil ist und bringt.

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen“ (Gal 4,4.5). Jesus, der Sohn Gottes, wird als Mensch in das erwählte Volk des Alten Bundes hineingeboren. Gott wird Mensch — er tritt in die Geschichte der Menschheit ein, wird ein Teil von ihr.

Er rief Menschen in seine Nachfolge, scharte Jünger um sich, predigte vom Reich Gottes, erwies sich beispielhaft in der Bergpredigt als Gesetzgeber, heilte Kranke, speiste Hungrige, erweckte Tote auf, vergab Sünden, verhieß und sandte den Heiligen Geist.

Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist die notwendige Voraussetzung für das Sein von Kirche. Alle anderen Ereignisse, die zur Grundlegung von Kirche gehören, sind in diesem Ereignis begründet und aus ihm zu erschließen: die Erwählung der Apostel (Lk 6,12-16), die Einsetzung des Petrusdienstes (Mt 16,18), die Stiftung des Heiligen Abendmahls (Mt 26,20-29), Tod und Auferstehung Jesu Christi, der Missionsbefehl (Mt 28,19.20).

In der Geschichte offenbart sich die Kirche Christi zuerst zu Pfingsten mit der Ausgießung des Heiligen Geistes. Apostel Petrus predigte in der Kraft des Heiligen Geistes — die erste Gemeinde konstituierte sich. Taufe, Vergebung der Sünden und Empfang der Gabe Heiligen Geistes sind heilsvermittelnde Elemente auf dem Weg der Errettung (Apg 2,38). Die ersten Christen „blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet“ (Apg 2,42). Diese Merkmale sind von entscheidender Bedeutung für Kirche Christi.

EXTRAKT Nach oben

Die Kirche Jesu Christi ist vom Herrn selbst auf Erden gestiftet worden. (6)

Der Begriff „Kirche“ bezeichnet ein christliches Gotteshaus, eine Ortsgemeinde oder eine christliche Denomination, im theologischen Sinn steht er für die Kirche Jesu Christi. (6.1)

Die der Kirche Jesu Christi zugehörigen Menschen sind von Gott herausgerufen zur ewigen Gemeinschaft mit ihm selbst. (6.1)

Die Bestimmung der Kirche Jesu Christi besteht einerseits darin, dem Menschen Heil zugänglich zu machen, und andererseits darin, Gott Anbetung und Lobpreis darzubringen. (6.2)

Bereits im Alten Testament finden sich vielfältige Hinweise auf die Kirche Christi. (6.2.1)

Der Hebräerbrief deutet den Alten Bund mit Gesetz, Opferdienst, Beschneidung und Priestertum als „Schatten“, also Vorwegnahme, des Neuen Bundes. So ist im Alten Bund angedeutet, was sich im Neuen Bund in der Kirche Jesu Christi verwirklicht. (6.2.1)

Alles, was Kirche begründet und ist, hat seinen Ursprung in Person und Tat Jesu Christi. Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist die notwendige Voraussetzung für das Sein von Kirche. (6.2.2)

In der Geschichte offenbart sich die Kirche Christi zuerst zu Pfingsten mit der Ausgießung des Heiligen Geistes. (6.2.2)

Die ersten Christen blieben beständig in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet. Diese Merkmale sind entscheidend für Kirche Christi. (6.2.2)

6.2.3 Bilder für die Kirche Jesu Christi im Neuen Testament Nach oben

Im Neuen Testament gibt es keine in sich geschlossene Lehre von der Kirche. Es findet sich darin jedoch eine Vielzahl von Bildern und Beispielen, an denen das Wesen der Kirche offenbar wird. Jedes dieser Bilder verweist auf einen oder mehrere Aspekte von Kirche. Diese Bilder können auf unterschiedliche Weise gedeutet werden; auch die Bibel verwendet sie uneinheitlich.

6.2.3.1 Leib Christi Nach oben

Das Bild von der Kirche als Leib Christi hat eine zentrale Stellung. Es wird häufig auf diejenigen bezogen, die durch Taufe, Glauben und Bekenntnis zu Jesus Christus gehören. In Römer 12,4.5 werden die Gläubigen als „Glieder“ des einen Leibes Christi bezeichnet. Damit wird eine damals geläufige Vorstellung aufgegriffen, die den Staat als organischen Leib und den Einzelnen als dessen Glied verstand. Die Gaben der Mitglieder der Gemeinde sind unterschiedlich, ebenso die Aufgaben. Alle aber sind aufeinander bezogen und dienen einander. Die Kirche ist demnach ein Organismus, in dem alle aufeinander angewiesen sind.

Trotz der Verschiedenheit der einzelnen Glieder bilden sie zusammen eine Einheit. Als Glieder des Leibes Christi sorgen sie füreinander und sind miteinander verbunden: „Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist einer“ (1Kor 12,20).

In Epheser 1,22.23 wird Christus als Haupt der Kirche und Herrscher über alles gezeigt. Damit wird der Hymnus des Kolosserbriefs aufgegriffen, in dem es heißt: „Er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde“ (Kol 1,18). In dieser Bildlichkeit ist Kirche Christi gleichgesetzt mit „Leib Christi“; sie hat teil an der Vollkommenheit ihres Herrn.

Das Bild des Leibes wird auch für die Ortsgemeinde verwendet, in der unvollkommene Menschen hingelangen sollen „zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi“ (Eph 4,13).

Das Wachstum des Leibes — sowohl auf die Kirche als ganze als auch auf die Ortsgemeinde und die einzelnen Gläubigen bezogen — geschieht durch Gottes Wirken (Kol 2,19). Das Wachstum ist auf Christus hin gerichtet; er ist als das Haupt Herr, Maßstab und Ziel (Eph 4,15). Zur Erbauung des Leibes Christi hat Gott Ämter und Dienste gegeben.

6.2.3.2 Volk Gottes Nach oben

Das Bild des Volkes Gottes verweist auf die Tatsache, dass sich Gott aus all den unterschiedlichen Völkern eines erwählt hatte: „Denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott. Dich hat der Herr, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker — denn du bist das kleinste unter allen Völkern —, sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er den Vätern geschworen hat“ (5Mo 7,6-8).

Die Geschichte Israels gründet auf Gottes erlösendem Handeln; er hat das Volk aus der Knechtschaft in Ägypten befreit und in das verheißene Land gebracht. In dieses Volk hat er seinen Sohn gesandt, inmitten dieses Volkes wird Gott Mensch. Israel aber lehnt Jesus als den Messias ab und glaubt nicht an ihn — der Gottessohn wird für das Volk Gottes des Alten Bundes ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses.

Dem gegenüber stehen diejenigen, die als Volk Gottes des Neuen Bundes an Jesus Christus glauben: „Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums [...], die ihr einst nicht ein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid“ (1Petr 2,9.10).

Hier wird die Kirche Christi sowohl in ihrer gegenwärtigen als auch in ihrer zukünftigen Bestimmung gezeigt. Gegenwärtig ist in ihr vorgebildet, was sie in vollkommener Weise zukünftig sein wird: Sie wird Christi Herrlichkeit teilen.

6.2.3.3 Stadt Gottes Nach oben

Im Bild der Stadt Gottes wird die Kirche als der Ort gezeigt, an dem Gott inmitten all derer wohnt, die ihm angehören. Auf Erden ist Kirche der Ort, an dem Jesus Christus, der Mittler, Heil auf unterschiedliche Weise zugänglich macht und Gemeinschaft mit Gott gewährt. Insofern ist Kirche Ort der Gottesbegegnung, der Anbetung und des Gottesdienstes.

Die Kirche Jesu Christi übersteigt menschliches Vorstellungsvermögen; sie ist diesseitig und jenseitig, gegenwärtig und zukünftig. Diese Erscheinungsformen gehören zusammen. Eine Ahnung von der Erhabenheit der Kirche in ihrer endgültigen Vollkommenheit gibt die Beschreibung in Hebräer 12,22-24. Mit den Worten: „Ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem“ ist die Kirche in ihrer ganzen Fülle gemeint. Insofern ist die irdische Seite der Kirche mit ihrer himmlischen Seite verwoben. Im himmlischen Jerusalem thront Gott; dazu gehören die Engel, die „Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind“, die Seelen der vollendeten Gerechten und Jesus, der Mittler des Neuen Bundes.

Im Himmel werden Gott Anbetung und Lobpreis von den himmlischen Wesen dargebracht (Ps 29,1; Offb 4); auf Erden geschieht dies auch, nämlich in der irdischen Seite der Kirche Christi durch die Glaubenden.

In der zukünftigen Stadt Gottes, dem neuen Jerusalem, wird Gott selbst bei den Menschen wohnen (Offb 21,3).

6.2.3.4 Reich Gottes Nach oben

Das Bild vom Reich Gottes verweist auf die Herrschaft Gottes in seiner Kirche. Jesus stellt das Reich Gottes in vielen Gleichnissen mit unterschiedlichen Schwerpunkten dar (Mt 13). „Reich Gottes“ kann zum Beispiel stehen für

  • Jesus Christus, den gegenwärtigen Herrn selbst (Lk 17,21),

  • seine auf Erden gegenwärtige Kirche,

  • die sich mit der Hochzeit im Himmel zeigende Königsherrschaft (Offb 19,6.7),

  • das Reich des Friedens, das Jesus Christus, der wiederkommende Herr, auf Erden aufrichten wird,

  • die ewige Königsherrschaft Gottes in der neuen Schöpfung und

  • den Bereich des ewigen Lebens.

In Johannes 3,3.5 wird davon gesprochen, dass das Reich Gottes nur solchen zugänglich ist, die aus Gott geboren sind: „Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. [...] Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ — „Das Reich Gottes sehen“ heißt, Gott von Angesicht schauen. Dies wird sich für die Erstlinge bereits am Tag des Herrn erfüllen (1Joh 3,2): Sie werden den Bereich des ewigen Lebens sehen.

6.2.3.5 Herde Gottes Nach oben

Im Bild der Herde Gottes ist Jesus Christus der gute Hirte; er kennt die Seinen und lässt sein Leben für sie. Er ruft Schafe aus anderen Ställen zu sich — er ruft fortwährend Menschen zum Glauben an ihn in seine Kirche. Am Ende wird es eine Herde und ein Hirte werden (Joh 10,11-16). Durch den Heiligen Geist spricht Jesus zu den Seinen. Wer ihm glaubt und nachfolgt, erhält von ihm das ewige Leben (Joh 10,25-28).

Vor seiner Himmelfahrt vertraute der Auferstandene seine „Lämmer und Schafe“ dem Apostel Petrus an (Joh 21,15-17). Bei diesem Apostel liegt die Fürsorge für diejenigen, die zur Kirche Christi zählen. Die Gläubigen bleiben dabei als die Herde Jesu Christi dessen Eigentum.

Gemäß 1. Petrus 5,2-4 werden die Amtsträger der Kirche aufgerufen, die Gemeinde als die „Herde Gottes“ zu weiden. Sie sind nicht Herren der Gemeinde, sondern sollen Vorbilder sein. Sie verrichten ihr Werk im Blick auf die Wiederkunft Jesu Christi, des „Erzhirten“.

Das Bild der Herde zeigt die Kirche als Gemeinschaft, die Christus nachfolgt. Sie erhält ihre Pflege, ihren Schutz und ihre Führung durch Jesus Christus, den guten Hirten.

6.2.3.6 Weitere Bilder für Kirche Nach oben

Im Neuen Testament finden sich weitere bildhafte Beschreibungen, in denen die bereits angeführten Kennzeichen für Kirche unterstrichen und weitere Aspekte veranschaulicht werden: Ackerfeld Gottes, Bau Gottes, Haus Gottes, Wohnung Gottes, Tempel Gottes, Sonnenfrau und Knabe sowie Braut (1Kor 3,9; 1Tim 3,15; 1Kor 3,16.17; Offb 12; Offb 21,2). Die Ausdeutung der Bilder hängt vom jeweiligen Textzusammenhang ab. Ein Bild kann deshalb je nach Kontext unterschiedliche Aussagen haben. Bezeichnend ist, dass in einigen Textstellen mehrere Bilder miteinander verknüpft werden.

So darf das einzelne Bild nicht nur für sich gesehen werden. Aus der Zusammenschau der Bilder aber lässt sich erkennen, dass die Kirche eine ist, dass sie apostolisch, allgemein — also allumfassend — und heilig ist.

EXTRAKT Nach oben

Im Neuen Testament findet sich eine Vielzahl von Bildern und Beispielen, an denen das Wesen der Kirche offenbar wird. (6.2.3)

Das Bild von der Kirche als Leib Christi wird häufig auf die bezogen, die durch Taufe, Glauben und Bekenntnis zu Jesus Christus gehören. Es zeigt, dass die Kirche einem Organismus gleicht, in dem alle aufeinander angewiesen sind. Das Wachstum des Leibes ist auf Christus hin gerichtet, der als das Haupt Herr, Maßstab und Ziel ist. (6.2.3.1)

Wie sich Gott aus vielen Völkern das Volk Israel erwählt hat, hat er sich auch im Neuen Bund ein Volk erwählt, seine Kirche. (6.2.3.2)

Im Bild der Stadt Gottes wird die Kirche als der Ort gezeigt, an dem Gott inmitten all derer wohnt, die ihm angehören. (6.2.3.3)

Das Bild vom Reich Gottes verweist auf die Herrschaft Gottes in seiner Kirche. (6.2.3.4)

Das Bild der Herde zeigt die Kirche als Gemeinschaft, die Jesus Christus, dem guten Hirten, nachfolgt. (6.2.3.5)

Weitere Bilder für die Kirche sind u.a. Haus Gottes, Tempel Gottes, Sonnenfrau und Knabe sowie Braut. (6.2.3.6)

6.3 Die Kirche Jesu Christi — ein Mysterium Nach oben

Alles, was Kirche ist und sein wird, ist in Jesu Wort, Werk und Wesen angelegt. Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch, weist also zwei Naturen auf (siehe 3.4.3). Dieses Geheimnis bleibt unergründlich. So ist auch die Kirche Christi in ihrem Wesen letztlich unergründbares Geheimnis; auch sie ist Mysterium, auch sie hat eine doppelte Natur und ist nur im Glauben erfassbar.

Durch Jesus Christus, den Mittler zwischen Gott und dem Menschen, kann der Mensch des Heils teilhaftig werden. Diese frohe Botschaft soll gepredigt und durch Apostel weitergetragen werden (1Tim 2,5-7). Im Wort der Predigt wird durch das Wirken des Heiligen Geistes auf unterschiedliche Weise das Wort Christi zur Sprache gebracht, und aus dem Hören dieses Wortes geht Glaube hervor (Röm 10,16.17). Auf diese Weise hat die Kirche in der Verkündigung des Evangeliums teil am Mittlerdienst Christi.

Die Kirche Christi verweist in ihrem Wesen auf die Doppelnatur Jesu Christi. Seine göttliche Natur ist verborgen oder unsichtbar, während seine menschliche Natur sichtbar oder offenbar ist. In seiner menschlichen Natur alterte Jesus wie jeder andere Mensch auch; er hatte Schmerzen und Angst, ihn hungerte und dürstete. Er nahm also am allgemeinen Menschenschicksal teil, unterlag allerdings nicht der Sündhaftigkeit.

Auch die Kirche Christi hat eine verborgene oder unsichtbare und eine sichtbare oder offenbare Seite. Beide Seiten der Kirche Christi können ebenso wenig auseinandergerissen werden wie die beiden Naturen Jesu Christi. Sie gehören, obwohl sie sich unterscheiden, unauflösbar zusammen.

Die verborgene Seite der Kirche ist wie die göttliche Natur Jesu Christi letztlich nicht beschreibbar, ihr Vorhandensein ist aber wahrnehmbar in den Heilswirkungen der Sakramente und des Wortes Gottes. In der verborgenen Seite von Kirche, die aus den rite [8] Getauften besteht, die wahrhaft glauben und den Herrn bekennen, sind die vier Kennzeichen von Kirche — Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität — in vollkommener Weise vorhanden. Diese Seite der Kirche wird im dritten Artikel des Glaubensbekenntnisses angesprochen.

Die offenbare Seite der Kirche Christi hat wie der Mensch Jesus teil an der allgemeinen Menschheitsgeschichte. Im Gegensatz zu ihm aber unterliegen die in ihr handelnden Menschen der Sünde. Von daher finden sich in der Kirche auch Irrtümer, Irrwege und Entgleisungen wieder, die der Menschheit zu eigen sind. Die Mängel der sichtbaren Kirche können jedoch die unsichtbare und vollkommene Kirche, jene Kirche, zu der die wahrhaft Gläubigen und Erwählten (siehe 4.5) zählen, nicht beschädigen oder zunichtemachen.

Das Ineinander und zugleich Getrenntsein der sichtbaren und unsichtbaren Kirche lässt sich allein durch den Glauben erfassen. Die sichtbare Gestalt der Kirche, also die Kirche Christi in ihrer geschichtlichen Verwirklichung, ist nicht das Ziel des Glaubens, sondern sie ist die Einrichtung, in der gegenwärtig Heil erfahren und Gottes Nähe erlebt werden kann.

[8] Rite, d.h. gültig, ist eine Taufe, wenn sie im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und mit Wasser gespendet wird.

6.4 Der Glaube an die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche Nach oben

In der Kirche Jesu Christi, die vom Herrn auf Erden gestiftet ist, wird das Heil zugänglich. Die ihr zugehörigen Menschen sind von Gott zur ewigen Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, herausgerufen. In der Kirche wird der dreieinige Gott angebetet; Mittelpunkt des kirchlichen Lebens ist der Gottesdienst.

Die Kirche Christi ist in ihrem geistigen Wesen und ihrer Vollkommenheit verborgen und nur im Glauben erfassbar. In der geschichtlichen Verwirklichung ist sie jedoch erkennbar und erlebbar. Im dritten Glaubensartikel wird bekannt: „Ich glaube an [...] die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche“. Die Kirche ist demnach Gegenstand des Glaubens.

In den ersten drei Glaubensartikeln wird der Glaube an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, bekannt. In gleicher Weise bekennen die Christen von alters her den Glauben an die Kirche. Daran wird deutlich: Die Kirche ist nichts Äußerliches, nichts Nebensächliches, sondern gehört zu den grundlegenden Inhalten christlichen Glaubens. Ohne Kirche ist Christsein nicht möglich.

EXTRAKT Nach oben

Alles, was Kirche ist und sein wird, ist in Jesu Wort, Werk und Wesen angelegt. (6.3)

Die Kirche verweist in ihrem Wesen auf die Doppelnatur Jesu Christi. Seine göttliche Natur ist verborgen, seine menschliche Natur ist sichtbar. Auch die Kirche hat eine unsichtbare und eine sichtbare Seite, die unauflösbar zusammengehören. (6.3)

Die unsichtbare Seite der Kirche ist wahrnehmbar in den Heilswirkungen der Sakramente und des Wortes Gottes. (6.3)

Die sichtbare Seite der Kirche hat wie der Mensch Jesus teil an der allgemeinen Menschheitsgeschichte. Im Gegensatz zu ihm aber unterliegen die in ihr handelnden Menschen der Sünde. Von daher finden sich in der Kirche auch Irrtümer, Irrwege und Entgleisungen wieder, die der Menschheit zu eigen sind. (6.3)

Kirche gehört zu den grundlegenden Inhalten christlichen Glaubens. Ohne Kirche ist Christsein nicht möglich. (6.4)

6.4.1 Wesensmerkmale der Kirche Nach oben

Im Bekenntnis von Nizäa-Konstantinopel wird gesagt, dass die Kirche Christi die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche ist. Diese Kennzeichen der Kirche nennt man „notae ecclesiae“.

6.4.1.1 Die Kirche ist „eine“ Nach oben

Das Bekenntnis zu der einen Kirche geht aus dem Glauben an den einen Gott hervor. Der dreieinige Gott begründet und erhält die eine Kirche durch den Vater, der den Sohn gesandt hat, durch Jesus Christus, der als Haupt des Leibes mit der Gemeinde bleibend verbunden ist, und durch den Heiligen Geist, der in der Kirche Christi wirkt. Die Kirche Christi gibt also Zeugnis von der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Jesus hat das Einssein untereinander und die Liebe zueinander als Erkennungszeichen derer genannt, die ihm angehören und nachfolgen (Joh 13,34; 17,20-23). Verschiedenheit unter den Gliedern der Kirche wird bedeutungslos, Einheit wird geschaffen. Das Miteinander und Füreinander im Leib Christi hat seinen Grund in der Liebe, dem „Band der Vollkommenheit“ (Kol 3,14).

So tritt in der Kirche das Wesen Gottes zutage: „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“ (1Joh 4,16).

6.4.1.2 Die Kirche ist „heilig“ Nach oben

Heilig ist die Kirche Christi durch das heiligende Handeln Gottes im Opfer Christi und durch das Wirken des Heiligen Geistes in Wort und Sakrament. Dieses heiligende Handeln vollzieht sich am Glaubenden im Gottesdienst.

Die Heiligkeit der Kirche Christi hat ihren Grund allein im dreieinigen Gott und nicht in den Menschen, die ihr zugehören. Im hohepriesterlichen Gebet bringt der Herr zum Ausdruck, dass er sich selbst für seine Apostel heiligt, „damit auch sie geheiligt seien in der Wahrheit“ (Joh 17,19). In diesen Prozess der Heiligung durch ihn selbst schließt er die Gemeinde ein (Joh 17,20).

Hebräer 10,10 spricht die Heiligung durch das Opfer Jesu an: „Nach diesem [Gottes] Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.“

Apostel Petrus nennt die Glaubenden ein heiliges Volk (1Petr 2,9.10). Dies sagt er, obwohl die Gläubigen mit Fehlern behaftete Menschen sind. Deren Sündhaftigkeit hebt die Heiligkeit der Kirche nicht auf.

6.4.1.3 Die Kirche ist „allgemein“ Nach oben

Im geschichtlichen Zusammenhang bedeutet „allgemein“ („katholisch“), dass es für die Verkündigung des Evangeliums keine Grenzen gibt. Dies kommt im Sendungsauftrag des Auferstandenen an seine Apostel zum Ausdruck (Mt 28,19; Mk 16,15; Apg 1,8). Jesus Christus und seine Kirche sind für die Menschen aller Völker gegeben, sowohl für die Lebenden als auch für die Toten (Röm 14,9). Gottes universaler Heilswille gewinnt in der Kirche unmittelbar erfahrbare Gestalt.

Die Kirche Jesu Christi ist allumfassend und universal. Sie ist diesseitig und jenseitig, gegenwärtig und zukünftig. Wird sie heute wahrgenommen als Einrichtung zur Vermittlung des Heils und der Gemeinschaft mit Gott, so wird in ihrer Vollendung das verborgene Wesen der Kirche offenbar sein: Sie wird das Leben im völligen Heil in der unmittelbaren Gemeinschaft mit Gott haben.

6.4.1.4 Die Kirche ist „apostolisch“ Nach oben

Apostolisch ist die Kirche Christi in zweierlei Hinsicht: In ihr wird apostolische Lehre verkündigt und in ihr wirkt das apostolische Amt.

Die apostolische Lehre ist die unverfälschte Botschaft von Tod, Auferstehung und Wiederkunft Christi gemäß der Lehre der urchristlichen Apostel, wie sie im Neuen Testament bezeugt ist und von den ersten Christen geglaubt und gelebt wurde (Apg 2,42).

Das apostolische Amt ist das von Christus gegebene und vom Heiligen Geist gelenkte Apostelamt mit seinen Vollmachten: Verkündigung des Evangeliums, Spendung der Sakramente, Vergebung der Sünden (Mt 28,19; Joh 20,23).

Die Apostolizität der Kirche besteht also darin, dass sie die Verkündigung der apostolischen Lehre, die in der Heiligen Schrift bezeugt ist, fortsetzt, und darin, dass in ihr das Apostelamt bis zur Wiederkunft Christi geschichtlich verwirklicht ist.

EXTRAKT Nach oben

Im Bekenntnis von Nizäa-Konstantinopel wird gesagt, dass die Kirche Christi die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche ist. (6.4.1)

Die Kirche ist eine. Das Bekenntnis zu der einen Kirche geht aus dem Glauben an den einen Gott hervor. Die Kirche gibt Zeugnis von der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (6.4.1.1)

Die Kirche ist heilig. Dies hat seinen Grund im heiligenden Handeln Gottes. Die Heiligkeit der Kirche hat ihren Grund allein in Gott und nicht in den Menschen, die ihr zugehören. Deren Sündhaftigkeit hebt die Heiligkeit der Kirche nicht auf. (6.4.1.2)

Die Kirche ist allgemein. Dies bedeutet, sie ist allumfassend und universal, sie ist diesseitig und jenseitig, gegenwärtig und zukünftig. (6.4.1.3)

Die Kirche ist apostolisch. In ihr wird apostolische Lehre verkündigt, also die Botschaft von Tod, Auferstehung und Wiederkunft Christi. Ebenso ist in ihr das von Jesus Christus gestiftete Apostelamt bis zur seiner Wiederkunft geschichtlich verwirklicht. (6.4.1.4)

6.4.2 Die Verwirklichung der Kirche Jesu Christi in der Geschichte Nach oben

Die Geschichtlichkeit der Kirche ist begründet in der Geschichtlichkeit Jesu Christi. Jesus Christus hat als wahrer Mensch unter Menschen gelebt: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, [...] das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus“ (1Joh 1,1-3).

Wie Jesus Christus für die Menschen mit ihren Sinnen erfahrbar war, ist es seine Kirche auch. In der geschichtlichen Wirklichkeit wird sie offenbar, und zwar in der Gemeinschaft der Menschen, die getauft sind, an Jesus Christus glauben und ihn bekennen.

Schon die Briefe der Apostel im Neuen Testament zeugen von der Diskrepanz zwischen dem Anspruch des Evangeliums und der Wirklichkeit in den Gemeinden. Dieses Auseinanderklaffen ist in der geschichtlichen Realität stets geblieben und bislang nicht aufhebbar. Die Kirche Christi ist in ihrem Wesen vollkommen, doch zeigt sie sich in ihrer geschichtlichen Gestalt unvollkommen. Wiewohl sie als Stiftung Gottes vollkommen ist, weist sie Mängel auf durch die in ihr handelnden Menschen, die sich als „lebendige Steine“ zum „geistlichen Haus“ erbauen sollen (1Petr 2,5).

6.4.2.1 Die Kirche Jesu Christi zur Zeit der ersten Apostel Nach oben

Menschwerdung, Leben und Wirken Jesu Christi bilden den Grund für die geschichtliche Verwirklichung der von ihm gestifteten Kirche: „Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ (1Kor 3,11). Auf diesem Fundament verwirklicht und entfaltet sich mit der Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten die Kirche Christi.

Es entstanden die ersten Gemeinden. In ihnen wirkten Apostel und weitere Amtsträger, das Evangelium wurde gepredigt, die Sakramente wurden gespendet. Dem Sendungsauftrag entsprechend gingen die Apostel zu Juden und Heiden, um ihnen die Botschaft vom Heil in Christus zu bringen.

6.4.2.2 Die Kirche Jesu Christi nach dem Tod der ersten Apostel Nach oben

Mit dem Tod der ersten Apostel veränderte sich die Situation. Das Amt, dem Jesus die Sakramentsverwaltung, die Vergebung der Sünden und die Verkündigung des Evangeliums übertragen hatte, war nicht mehr besetzt. Damit war die sakramentale Spendung Heiligen Geistes nicht mehr möglich. Das Heilige Abendmahl blieb als Gedächtnis-, Bekenntnis-, Gemeinschafts- und Dankesmahl erhalten (siehe 8.2.8 ff.). Die in Vollmacht ausgesprochene Sündenvergebung war zwar nicht mehr möglich, jedoch ist vorstellbar, dass Gott auch in dieser Zeit den Glaubenden mit vergebender Gnade begegnete.

Gläubige, Christus bekennende Menschen empfingen weiterhin das Sakrament der Heiligen Wassertaufe und wurden dadurch in den Leib Christi eingegliedert.

In der Wortverkündigung trat die Erwartung der nahen Wiederkunft Christi nach und nach in den Hintergrund. Jedoch wurde der Glaube an Leben und Wirken des Sohnes Gottes, an seinen Tod und seine Auferstehung lebendig erhalten. Gläubige Menschen trugen das Evangelium und die christliche Werteordnung weiter. Vom Heiligen Geist inspiriert, wurden in den altkirchlichen Bekenntnissen grundlegende Aussagen christlicher Lehre formuliert. Missionare trugen durch die Jahrhunderte hindurch das Zeugnis von Jesus Christus in die Welt. Schließlich leuchtete im 19. Jahrhundert die prophetische Gabe in einigen Menschen auf und benannte die Männer, die nach Gottes Willen zu Aposteln erwählt waren.

So wirkte auch in der Zeit nach dem Tod der ersten Apostel der Heilige Geist, wenngleich nicht in der ursprünglichen Fülle.

6.4.2.3 Die Kirche Jesu Christi nach der Wiederbesetzung des Apostelamts Nach oben

Mit der erneuten Besetzung des Apostelamts im Jahr 1832 (siehe 11.3) hat der Herr seiner Kirche auf Erden Wesentliches zurückgegeben: Die Apostolizität ist in der sichtbaren Kirche wieder voll hergestellt. Das Wirken der nun berufenen Apostel sollte nicht eine weitere christliche Glaubensgemeinschaft begründen, sondern hatte zum Ziel, die gesamte Christenheit auf die Wiederkunft des Herrn vorzubereiten.

Mit der Wiederbesetzung des Apostelamts ist es auch zur Wiederherstellung der rechten Sakramentsspendung gekommen. Auch hat die Wortverkündigung durch die Botschafter an Christi statt eine erhöhte Autorität; dies äußert sich besonders im Wachhalten der Gewissheit der nahen Wiederkunft Christi. Ebenso kann wieder die Sündenvergebung durch Apostel verkündigt werden.

So sind das Amt und die damit verbundene rechte Sakramentsspendung sowie die rechte Wortverkündigung als wesentliche Elemente der Kirche Christi in der geschichtlichen Wirklichkeit erneut vollständig vorhanden.

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Die Geschichtlichkeit der Kirche ist begründet in der Geschichtlichkeit Jesu Christi. Er hat als wahrer Mensch unter Menschen gelebt. (6.4.2)

Wie Jesus Christus für die Menschen mit ihren Sinnen erfahrbar war, ist es seine Kirche auch. In der geschichtlichen Wirklichkeit wird sie offenbar, und zwar in der Gemeinschaft der Menschen, die getauft sind, an Christus glauben und ihn bekennen. (6.4.2)

Die Kirche ist in ihrem Wesen vollkommen, doch zeigt sie sich in ihrer geschichtlichen Gestalt unvollkommen. (6.4.2)

Mit der Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten entfaltete sich die Kirche Christi. In ihr wirkten Apostel und weitere Amtsträger, das Evangelium wurde gepredigt, die Sakramente wurden gespendet. (6.4.2.1)

Nach dem Tod der ersten Apostel war das Apostelamt nicht mehr besetzt. Auch in dieser Zeit wirkte der Heilige Geist, wenngleich nicht in der ursprünglichen Fülle. Gläubige trugen das Evangelium und die christliche Werteordnung weiter. Die Erwartung der Wiederkunft Christi trat jedoch in den Hintergrund. (6.4.2.2)

Im 19. Jahrhundert wurde das Apostelamt neu besetzt. Damit war die Apostolizität in der sichtbaren Kirche wieder voll hergestellt. So sind das Amt, die Sakramentsspendung sowie die Wortverkündigung in der geschichtlichen Wirklichkeit erneut vollständig vorhanden. (6.4.2.3)

6.4.3 Die Kirche Jesu Christi und das Amt Nach oben

Der vierte Glaubensartikel spricht von der Zusammengehörigkeit von Kirche und Apostelamt: „Ich glaube, dass der Herr Jesus seine Kirche regiert und dazu seine Apostel gesandt hat und noch sendet bis zu seinem Wiederkommen mit dem Auftrag, zu lehren, in seinem Namen Sünden zu vergeben und mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen.“

Jesus Christus regiert seine Kirche. In der Zeit ihrer Gründung und in der Zeit, in der die Vorbereitung der Braut des Herrn auf sein Wiederkommen geschieht, hat er Apostel auf die Erde gesandt, durch die seine Regentschaft wahrgenommen werden soll. Das Apostelamt ist für die Kirche Christi in ihrer Gesamtheit gegeben; es hat den Auftrag, in alle Teile der Kirche hineinzuwirken.

Die Apostel sind zu allen Völkern gesandt, sie zu lehren und zu taufen. Sie rufen alle, sowohl Nichtchristen als auch die Getauften, die an Jesus Christus glauben und ihn als ihren Herrn bekennen, dazu auf, sich mit dem Heiligen Geist taufen und auf die Wiederkunft Christi vorbereiten zu lassen.

Die Apostel bezeugen Jesus Christus als den, der da ist und der da war und der da kommt. Damit verweisen sie auch auf die zukünftigen heilsgeschichtlichen Geschehnisse. Die Ausrichtung auf die Zukunft in der unmittelbaren Gemeinschaft mit Gott stellt ein wichtiges Element des Wesens der Kirche Christi dar. Es ist eine vorrangige Aufgabe der Apostel, die nahe Wiederkunft Christi zu verkündigen und dem Herrn die Braut entgegenzuführen (siehe 10.1.2).

Die Braut des Herrn — oder auch die „Gemeinschaft der Heiligen“ im engeren Sinne — sind diejenigen Glaubenden, die wiedergeboren sind aus Wasser und Geist und sich durch die Apostel Jesu Christi auf den Tag des Herrn vorbereiten ließen und von ihm angenommen wurden.

Das ursprüngliche Amt ist dasjenige des Apostels. Nur dieses Amt ist von Jesus selbst eingesetzt. Alle weiteren Ämter sind aus dem Apostelamt hervorgegangen. Dazu sagt der fünfte Glaubensartikel: „Ich glaube, dass die von Gott für ein Amt Ausersehenen nur von Aposteln eingesetzt werden und dass aus dem Apostelamt Vollmacht, Segnung und Heiligung zu ihrem Dienst hervorgehen.“

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Jesus Christus regiert seine Kirche. In der Zeit ihrer Gründung und in der Zeit, in der die Vorbereitung der Braut des Herrn auf sein Wiederkommen geschieht, hat er Apostel gesandt. Es ist eine vorrangige Aufgabe der Apostel, die nahe Wiederkunft Christi zu verkündigen und dem Herrn die Braut entgegenzuführen. (6.4.3)

Das Apostelamt ist für die Kirche in ihrer Gesamtheit gegeben mit dem Auftrag, in alle Teile der Kirche hineinzuwirken. (6.4.3)

Das ursprüngliche Amt der Kirche ist dasjenige des Apostels. Aus ihm sind alle weiteren Ämter hervorgegangen. (6.4.3)

6.4.4 Die Kirche Jesu Christi und die Sakramente Nach oben

Überall, wo rite, das heißt im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, getauft wird, können gläubige Menschen durch Gottes Gnade in den Leib Christi eingefügt werden. Die Heilige Wassertaufe ist der Kirche als ganzer anvertraut. Dies bezeugt der sechste Glaubensartikel: „Ich glaube, dass die Heilige Taufe mit Wasser der erste Schritt zur Erneuerung des Menschen im Heiligen Geist ist und dass dadurch der Täufling aufgenommen wird in die Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben und ihn als ihren Herrn bekennen.“

Die umfängliche Sakramentsverwaltung, das heißt die Spendung der Heiligen Wassertaufe, des Heiligen Abendmahls und der Heiligen Versiegelung, ist dem Apostelamt anvertraut. Die Apostel spenden die drei Sakramente auch für Entschlafene.

Das Sakrament des Heiligen Abendmahls wird als Tischgemeinschaft, in der das Opfer Christi sowie Leib und Blut des Herrn gegenwärtig sind, in rechter Weise in der Gemeinschaft mit den Aposteln gefeiert. Dazu sagt der siebte Glaubensartikel: „Ich glaube, dass das Heilige Abendmahl zum Gedächtnis an das einmal gebrachte, vollgültige Opfer, an das bittere Leiden und Sterben Christi, vom Herrn selbst eingesetzt ist. Der würdige Genuss des Heiligen Abendmahls verbürgt uns die Lebensgemeinschaft mit Christus Jesus, unserm Herrn. Es wird mit ungesäuertem Brot und Wein gefeiert; beides muss von einem vom Apostel bevollmächtigten Amtsträger ausgesondert und gespendet werden.“

Das Sakrament der Heiligen Versiegelung kann ausschließlich von Aposteln gespendet werden, wie es im achten Glaubensartikel ausgeführt wird: „Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel die Gabe des Heiligen Geistes empfangen müssen, um die Gotteskindschaft und die Voraussetzungen zur Erstlingsschaft zu erlangen.“

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Überall, wo rite getauft wird, können gläubige Menschen in den Leib Christi eingefügt werden — die Heilige Wassertaufe ist der Kirche als ganzer anvertraut. (6.4.4)

Die umfängliche Sakramentsverwaltung geschieht durch das Apostelamt. Die Apostel spenden die drei Sakramente auch für Entschlafene. (6.4.4)

Das Heilige Abendmahl wird als Tischgemeinschaft, in der das Opfer Christi sowie Leib und Blut des Herrn gegenwärtig sind, in rechter Weise in der Gemeinschaft mit den Aposteln gefeiert. (6.4.4)

Die Heilige Versiegelung kann nur von Aposteln gespendet werden. (6.4.4)

6.4.5 Die Kirche Jesu Christi und die Zukunft Nach oben

Der Glaube an das Heilsgeschehen in der Zukunft wird im neunten Glaubensartikel bekannt: „Ich glaube, dass der Herr Jesus so gewiss wiederkommen wird, wie er gen Himmel gefahren ist, und die Erstlinge aus den Toten und Lebenden, die auf sein Kommen hofften und zubereitet wurden, zu sich nimmt; dass er nach der Hochzeit im Himmel mit diesen auf die Erde zurückkommt, sein Friedensreich aufrichtet und sie mit ihm als königliche Priesterschaft regieren. Nach Abschluss des Friedensreiches wird er das Endgericht halten. Dann wird Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen und bei seinem Volk wohnen.“

Die Kirche hat nicht nur eine gegenwärtige, sondern auch eine zukünftige Dimension. Sie, die ihrem Bekenntnis gemäß die Wiederkunft Jesu Christ erwartet, ist auch auf Zukunft ausgerichtet. Der Lobpreis Gottes und die Anbetung seiner Majestät werden nie enden; seine Knechte werden ihm dienen „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offb 22,3-5).

Mit der Wiederkunft Christi zeigt sich Kirche, wie sie ist, in all ihrem Heil und auch in ihren Mängeln. Ein zweifaches Leben in der Kirche wird deutlich, nämlich dasjenige als Braut Christi und dasjenige als „Frau, mit der Sonne bekleidet“ (Offb 12). Während ein Teil der Kirche Christi entrückt wird, bleibt ein anderer auf der Erde zurück und wird sich in antichristlichen Bedrängnissen zu bewähren haben.

Das zukünftige Offenbarwerden der Kirche wird auch in der Verheißung deutlich, dass die Erstlinge, die zur königlichen Priesterschaft erwählt sind, an der Regentschaft Christi teilhaben dürfen. Sie werden im Friedensreich unmittelbar in die Heilsvermittlung einbezogen (Offb 20,6) und Boten Christi für alle Menschen sein, die je gelebt haben.

Ein Bild für die in allen Teilen vollendete Kirche als Ausdruck des heilswirkenden und neuschaffenden Handelns Gottes ist das neue Jerusalem, das in Offenbarung 21 und 22 beschrieben wird. Dort werden ewige Anbetung und nicht endender Lobpreis Gottes sein.

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Die Kirche hat eine gegenwärtige und eine zukünftige Dimension. (6.4.5)

Mit der Wiederkunft Christi zeigt sich Kirche in all ihrem Heil und auch in ihren Mängeln: Ein Teil der Kirche wird entrückt, ein anderer bleibt auf der Erde zurück und wird sich in antichristlichen Bedrängnissen zu bewähren haben. (6.4.5)

Das zukünftige Offenbarwerden der Kirche wird auch in der Verheißung deutlich, dass die zur königlichen Priesterschaft erwählten Erstlinge im Friedensreich in die Heilsvermittlung einbezogen sind. Sie werden Boten Christi für alle Menschen sein, die je gelebt haben. (6.4.5)

6.5 Die Kirche Jesu Christi und die Kirchen als Institutionen Nach oben

In ihrer geschichtlichen Verwirklichung wird die Kirche Jesu Christi dem Gebot der Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität nicht völlig gerecht. Dies ist in der Hauptsache darin begründet, dass das Apostelamt über lange Zeit keine und seit dem 19. Jahrhundert nur eine eingeschränkte Wirksamkeit entfalten konnte. Die Vielheit christlicher Kirchen ist bedingt durch kulturelle, soziale und geschichtliche Unterschiede sowie durch die verschiedenen Interpretationen des einen Evangeliums, der einen Heiligen Schrift. Trotz dieser Unterschiedlichkeit bleibt die Kirche Christi nicht in der Verborgenheit und Unzugänglichkeit; sie tritt dort am deutlichsten zutage, wo das Apostelamt, die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Erlösungswerk des Herrn aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im Himmel vorbereitet wird.

Verbindende Elemente zwischen den einzelnen christlichen Kirchen [9] sind die Taufe, das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus Christus und der Glaube an ihn als den einzigen Herrn und Erlöser, wie ihn die Heilige Schrift bezeugt. In der christlichen Tradition wird gesagt, dass nur die wahrhaft Gläubigen der unsichtbaren, verborgenen Kirche zugeordnet werden, nicht hingegen Getaufte, die weder an Jesus glauben noch ihn als ihren Herrn bekennen (Offb 3,1).

Durch die Getauften, die ihren Glauben leben und Jesus als ihren Herrn bekennen, wird Kirche als Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe überhaupt erst erfahrbar. Insofern ist nicht nur dort Kirche Christi, wo das Apostelamt wirkt — also im Erlösungswerk des Herrn —, sondern auch in den anderen Kirchen, wo sich christlicher Glaube in der tätigen Liebe zum Nächsten, im klaren Bekenntnis zu Jesus Christus und im ernsten Bemühen um Nachfolge Christi verwirklicht, also in solchen christlichen Glaubensgemeinschaften, in denen im Gottesdienst Anbetung und Lobpreis des dreieinigen Gottes geschehen und in denen Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Umfang vorhanden sind.

Dort, wo heute die Apostel in der Neuapostolischen Kirche daran wirken, die Braut Christi auf die Wiederkunft ihres Herrn vorzubereiten, sind trotz aller Unvollkommenheiten alle dazu erforderlichen Mittel vorhanden. Das Erlösungswerk des Herrn wird innerhalb der Kirche Jesu Christi vollendet.

[9] Der Ökumenische Rat der Kirchen formuliert die alle Kirchen miteinander verbindenden Elemente wie folgt: [Es sind] „Kirchen, die den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland bekennen und darum gemeinsam zu erfüllen trachten, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

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In ihrer geschichtlichen Verwirklichung wird die Kirche Christi der Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität nicht völlig gerecht. (6.5)

Kirche Christi tritt dort am deutlichsten zutage, wo das Apostelamt, die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Erlösungswerk des Herrn aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im Himmel vorbereitet wird. (6.5)

Verbindende Elemente zwischen den einzelnen christlichen Kirchen sind die Taufe, das Bekenntnis zu Jesus Christus und der Glaube an ihn. Durch die Getauften, die ihres Glaubens leben, wird Kirche als Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe erfahrbar. Insofern ist Kirche Christi auch in den Kirchen sichtbar, in denen Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Umfang vorhanden sind. (6.5)