Katechismus

5 Gottes Gebote

Gott hat den Menschen Gebote gegeben, in denen er seinen Willen zu ihrem Wohl kundtut.

5.1 Leben im Glauben nach Gottes Geboten Nach oben

Glaube an Gott wirkt sich auf das gesamte Leben des Menschen entscheidend aus. Der Gläubige strebt danach, durch sein Denken und Handeln dem Willen Gottes zu entsprechen. Er erkennt in Gott den Urheber einer gerechten Ordnung.

Damit sich die Menschen in dieser Ordnung bewegen können, hat ihnen Gott als ihr Schöpfer Gebote gegeben. In den Geboten kommt Gottes Wille zum Ausdruck, wie die Beziehung zu ihm gestaltet werden soll. Ferner bilden sie die Grundlage für ein gedeihliches Miteinander der Menschen.

Weil der Gläubige Gott als seinen Herrn anerkennt und im Bewusstsein der Allwissenheit Gottes dessen Fügungen vertraut, fragt er nach Gottes Willen und bemüht sich, ihm den eigenen Willen unterzuordnen.

Bereits in der Zeit des Alten Testaments ließen Männer und Frauen ihr Handeln vom Glauben bestimmen; in Hebräer 11 sind Beispiele genannt. Diese Zeugen des Glaubens sind auch Vorbilder für Christen. Hebräer 12,1 mahnt, die Sünde abzulegen, „die uns ständig umstrickt“, und im Kampf gegen die Sünde mutig den Weg des Glaubens zu gehen.

Größtes Vorbild ist Jesus Christus, der Anfänger und Vollender des Glaubens. Er war mit seinem Vater eins und stellte seinen Willen stets unter den Willen Gottes (Lk 22,42). Sein bedingungsloser Gehorsam, das Halten all dessen, was ihm der Vater geboten hatte, ruft zur Nachfolge und fordert einen Lebenswandel nach seinem Vorbild: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe“ (Joh 15,10). So ist Jesus Christus für alle, die ihm in gläubigem Gehorsam nachfolgen, Urheber des ewigen Heils (Hebr 5,8.9).

Zum Glauben des Christen gehört die Erkenntnis, dass das Heil über den Empfang der Sakramente erlangt wird. Die Hinnahme dieser göttlichen Heilstaten und die Erwartung der baldigen Wiederkunft Christi lassen „absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken“ (Tit 2,12-14).

„Fromm in dieser Welt leben“ meint, aus kindlichem Vertrauen, frei von Scheinheiligkeit und Heuchelei, das Denken und Handeln nach Gottes Willen auszurichten. Grundlage des kindlichen Vertrauens in den himmlischen Vater ist seine Liebe zum Menschen. Im Glaubensgehorsam ordnet sich der Mensch dem göttlichen Willen unter.

Den „Gehorsam des Glaubens“ im Namen Jesu aufzurichten ist Aufgabe des Apostelamts (Röm 1,5; 16,25.26). Wer in diesem Gehorsam steht, richtet sein Leben nach der Lehre Christi aus (Röm 6,17). Das ist wahres Leben im Glauben nach Gottes Geboten. Auf diese Weise kommt die Liebe des Menschen zu Gott zum Ausdruck.

EXTRAKT Nach oben

In den Geboten kommt Gottes Wille zum Ausdruck, wie die Beziehung zu ihm gestaltet werden soll. Sie bilden überdies die Grundlage für ein gedeihliches Miteinander der Menschen. (5.1)

Im Glauben nimmt der Mensch Gott als seinen Herrn an; er vertraut ihm und strebt danach, durch sein Denken und Handeln dem Willen Gottes zu entsprechen. (5.1)

Jesu unbedingter Gehorsam zu seinem Vater ruft zur Nachfolge und fordert einen Lebenswandel nach seinem Vorbild. (5.1)

5.2 Gottes Gebote — Ausdruck seiner Liebe Nach oben

Gott ist die Liebe (1Joh 4,16), und seine Gebote sind Ausdruck seiner Liebe. Zweck der Gebote ist es, den Menschen zu helfen, im Einklang mit Gottes Willen und in ihrem Verhältnis untereinander harmonisch leben zu können. Gottes Gebote sollen anleiten zu „Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben“ (1Tim 1,5).

Gott hat den Menschen erschaffen und gesegnet. Er liebt ihn von Anfang an. Seine bewahrende Liebe dauert auch zum gefallenen Geschöpf an. Das gesamte Heilswirken Gottes gründet auf seiner Liebe. Aus Liebe hat er das Volk Israel erwählt (5Mo 7,7.8). In den Geboten tut er diesem Volk, durch das alle Völker gesegnet werden sollen, zur Bewahrung seinen Willen kund und schenkt — als höchsten Ausdruck seiner Liebe zur Welt (Joh 3,16) — in dieses Volk hinein seinen Sohn Jesus Christus.

Auf die herausragende Bedeutung, die Gott der Liebe bereits in der Gesetzgebung und prophetischen Verkündigung im Alten Bund zumisst, verweist auch Jesus Christus. Auf die Frage nach dem „höchsten Gebot im Gesetz“ (Mt 22,36) antwortet er mit zwei Zitaten aus dem mosaischen Gesetz: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten“ (Mt 22,37-40).

Jesus Christus ist der Abschluss des Alten Bundes und der Beginn des Neuen Bundes. Im Neuen Bund hat Gott dem Menschen die Möglichkeit erschlossen, sein Kind zu werden und ureigenes göttliches Wesen, die Liebe, zu empfangen: „... die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,5). Diese innewohnende Liebe zu Gott verhilft zur Erkenntnis, dass sich in Gottes Geboten seine Liebe zeigt. Dies führt dazu, die Gebote nicht aus Furcht vor Strafe, sondern aus Liebe zum himmlischen Vater zu erfüllen: „Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer“ (1Joh 5,2.3; vgl. Joh 14,15.21.23).

5.2.1 Die Liebe zu Gott Nach oben

Die Liebe des Menschen zu Gott und zum Nächsten gründet in Gott. Liebe ist Wesen des Schöpfers und deshalb ewig: Göttliche Liebe besteht vor allem Geschaffenen und wird nicht enden. Von Gott, durch Gott und zu Gott sind alle Dinge (Röm 11,36).

Aus der Liebe, die Gott den Menschen zuwendet, erwächst im Gläubigen der Wunsch, diese Liebe zu erwidern (1Joh 4,19). Wie der Glaube die Antwort des Menschen auf Gottes Offenbarung ist, so ist seine Liebe zu Gott Antwort auf die empfangene Liebe Gottes.

Sirach 1,14 besagt: „Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.“ Wer Gott liebt, sehnt sich danach, in die Gemeinschaft mit ihm zu gelangen. Dazu hilft insbesondere, dass Gottes Liebe durch den Heiligen Geist in die Herzen der Wiedergeborenen ausgegossen ist (Röm 5,5). Mit dem würdigen Genuss des Heiligen Abendmahls wird die Liebe zu Gott gestärkt. So kann sie im Wiedergeborenen zunehmen und ihn immer mehr durchdringen.

Wer Gott liebt, strebt nach der Liebe (1Kor 14,1). Gott zu lieben ist ein Gebot, das den ganzen Menschen betrifft und vollen Einsatz fordert: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften" (Mk 12,30). Das zu erfüllen gibt dem Leben Inhalt und Sinn.

Die Liebe zu Gott soll das Wesen des Menschen prägen und sein Verhalten bestimmen.

EXTRAKT Nach oben

Gottes Gebote sind Ausdruck seiner Liebe. Ihr Zweck ist es, den Menschen zu helfen, im Einklang mit Gottes Willen und in ihrem Verhältnis untereinander harmonisch leben zu können. (5.2)

Die Erkenntnis der Liebe Gottes in seinen Geboten führt dazu, die Gebote nicht aus Furcht vor Strafe zu halten, sondern aus Liebe zu ihm zu erfüllen. (5.2)

5.2.2 Nächstenliebe — die Liebe zum Mitmenschen Nach oben

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3Mo 19,18). Das mosaische Gesetz sah als „Nächsten“ in erster Linie den Angehörigen des Volkes Israel; allein in diesem Rahmen hatte zunächst das Gebot Gültigkeit. Eine Ausweitung erfuhr es allerdings darin, dass es auch Fremdlinge schützen sollte, die im Land der Israeliten wohnten (3Mo 19,33.34).

Der Sohn Gottes hat die Gebote aus 3. Mose 19,18 und 5. Mose 6,5 verbunden zum Doppelgebot der Liebe (Mt 22,37-39).

Am Beispiel vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37) erweist sich, dass Jesus die Begrenzung des Gebots der Nächstenliebe auf Israel aufgehoben hat. Er zeigte den Nächsten zum einen als denjenigen, der hilfsbedürftig ist. Offen bleibt, ob es sich um einen Israeliten oder einen Heiden handelt: „Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab ...“ Der Nächste ist zum anderen derjenige, der hilft — im Gleichnis ein Angehöriger eines von den Israeliten verachteten Volkes, ein Samariter. Es wird deutlich: In dem Augenblick, in dem ein Mensch sich dem anderen zuwendet, wird jeder dem anderen der Nächste. Der Nächste kann also jeder Mensch sein, mit dem wir in Beziehung kommen.

Daraus lässt sich folgern, dass auch der Geltungsbereich der Zehn Gebote (Dekalog) auszuweiten ist und sie für alle Menschen Gültigkeit haben.

Die meisten der Zehn Gebote betreffen den Nächsten (2Mo 20,12-17): Dies wird unterstrichen durch die Tatsache, dass der Sohn Gottes gegenüber dem reichen Jüngling das Gebot der Nächstenliebe neben einige Gebote aus dem Dekalog stellte (Mt 19,18.19).

Apostel Paulus sieht die Vorschriften, die sich auf den Mitmenschen beziehen, im Gebot der Nächstenliebe vereinigt (Röm 13,8-10). Diese Erkenntnis beruht auf dem Wort des Herrn, dass sich im Doppelgebot der Liebe „das ganze Gesetz und die Propheten" finden (Mt 22,37-40). Diese Aussage steht auch in der Bergpredigt, im Zusammenhang mit der „goldenen Regel“: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten" (Mt 7,12).

Jeder Mensch kann der Nächste des anderen sein. Wie konsequent Jesus das meint, geht ebenfalls aus der Bergpredigt hervor, wo er fordert, selbst den Feind zu lieben (Mt 5,44).

Die Liebe zum Nächsten spornt dazu an, Barmherzigkeit allen gegenüber zu üben, wenn sie der Barmherzigkeit bedürfen. Praktizierte Nächstenliebe findet sich zum Beispiel im uneigennützigen Einsatz zum Wohl anderer, vorrangig solcher, die in irgendeiner Weise benachteiligt sind.

Nachfolger Christi sind nicht nur zur Nächstenliebe in irdischen Belangen gerufen, sondern auch dazu, Menschen auf das Evangelium Christi hinzuweisen. Das ist Liebe „mit der Tat und mit der Wahrheit“ (1Joh 3,18). In diesem Zusammenhang steht auch die Fürbitte für Entschlafene.

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Mt 22,39) — diese Worte Jesu sprechen dem Menschen das Recht zu, an sich selbst zu denken; andererseits setzt der Herr damit dem Egoismus klare Grenzen und fordert dazu auf, allen Mitmenschen liebevoll zu begegnen.

Praktizierte Nächstenliebe in jeglicher Form verdient hohe Anerkennung. Je mehr sie angewandt wird, desto mehr Not wird gelindert, desto harmonischer gestaltet sich das Zusammenleben. Die Lehre Jesu zeigt auf, dass Nächstenliebe durch die Liebe zu Gott zur ganzen Entfaltung kommt.

5.2.3 Nächstenliebe — die Liebe in der Gemeinde Nach oben

Die Nächstenliebe soll sich insbesondere in der Gemeinde zeigen: „Jeder von uns lebe so, dass er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung" (Röm 15,2). Jesus lehrt: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe [...]. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“ (Joh 13,34.35). Die Liebe der Nachfolger Christi zueinander ist also ein Erkennungszeichen der Gemeinde des Herrn.

Der Maßstab, der für ihre Liebe angesetzt ist, geht über die „goldene Regel“ in Matthäus 7,12 hinaus: Jeder soll den anderen so lieben wie Christus die Seinen. Diese Liebe zeigte sich in der ersten christlichen Gemeinde darin, dass die Menge der Gläubigen „ein Herz und eine Seele“ war (Apg 4,32). Allerdings wurden die Gemeinden immer wieder zu Versöhnlichkeit, Friedfertigkeit und Liebe gemahnt.

1. Johannes 4,7 ff. stellt das Gebot der Liebe untereinander in Zusammenhang mit dem Gebot der Liebe zu Gott. Der Apostel schildert die Erscheinung des liebenden Gottes zu den Menschen in der Sendung seines Sohnes und im Opfer Christi und folgert daraus: „Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.“ Er geht den Gedankengang konsequent weiter: Wer sagt, er liebe Gott, seinen Bruder aber hasst, ist ein Lügner. Daraus wird der Schluss gezogen: „Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.“

Die Liebe zu Gott äußert sich demnach auch in liebevoller Hinwendung zu Bruder und Schwester in der Gemeinde, unabhängig von der Wesensart oder der sozialen Stellung. Apostel Jakobus bezeichnet es als unvereinbar mit dem „Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit", wenn innerhalb der Gemeinde Unterschiede gemacht werden. In welche Richtung auch immer Vorurteile in der Gemeinde gehen — sie verstoßen gegen das Gebot der Liebe zum Nächsten. Jakobus schließt daraus: „... wenn ihr aber die Person anseht, tut ihr Sünde“ (Jak 2,1-9).

Die „Liebe untereinander“ bewahrt vor Unversöhnlichkeit, Vorurteilen, abschätziger Betrachtung einzelner Gemeindemitglieder. Verlangt schon das Gebot der Liebe zum Nächsten, dem Mitmenschen beizustehen und in Notsituationen zu helfen, so soll sich das vornehmlich in der Gemeinde beweisen: „Lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen“ (Gal 6,10).

Die „Liebe untereinander“ ist eine besondere Kraft, die den Zusammenhalt in der Gemeinde festigt und Wärme ins Gemeindeleben bringt. Sie verhindert, dass Konflikte — die in jeder menschlichen Gemeinschaft auftreten — zu dauerhaften Auseinandersetzungen führen. Sie befähigt dazu, Bruder und Schwester so anzunehmen, wie sie sind (Röm 15,7). Auch wenn die Vorstellungen, Denkstrukturen und Verhaltensweisen von Gemeindemitgliedern den anderen unverständlich sind, führt das nicht zu deren Abwertung oder Ausgrenzung, sondern findet Toleranz.

Eine solche Liebe öffnet darüber hinaus den Blick für die Tatsache, dass der andere auch zu den Auserwählten Gottes, den „Heiligen und Geliebten“, zählt. Aus dieser Erkenntnis erwächst für alle die Aufgabe, einander mit herzlichem Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld zu begegnen. Ist Grund zur Klage da, wird Vergebung angestrebt nach dem Wort: „... wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ Apostel Paulus gibt den Rat: „Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit“ (Kol 3,12-14).

Jede Ortsgemeinde kann unter dem Bild vom Leib Christi gesehen werden; der Einzelne, der zur Gemeinde zählt, ist ein Glied an diesem Leib. So sind alle Gemeindemitglieder miteinander verbunden und einander durch das gemeinsame Haupt verpflichtet: Gott hat den Leib zusammengefügt, damit die Glieder füreinander sorgen. Jeder dient dem Wohl des Ganzen, indem er Anteil am Leben des anderen nimmt; Mitempfinden im Leid und Gönnen von Gutem sind selbstverständlich: „Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.“ Alle sollen sich bewusst machen: „Ihr aber seid der Leib Christi und jeder von euch ein Glied“ (1Kor 12,26.27).

Apostel Paulus weist der Gemeinde im ersten Korintherbrief im 13. Kapitel den Weg der Liebe; er endet mit den Worten: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Wird die Liebe in der Gemeinde gelebt, sind die Auswirkungen weitreichender, als es alle Gaben, Befähigungen, Erkenntnisse und alles Wissen vermögen.

EXTRAKT Nach oben

Das mosaische Gesetz sieht als Nächsten in erster Linie den Angehörigen des Volkes Israel. Jesus hebt, wie das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zeigt, diese Begrenzung auf: Jeder Mensch kann der Nächste des anderen sein. (5.2.2)

In der Bergpredigt fordert Jesus, selbst Feinde zu lieben. (5.2.2)

Die Liebe zum Nächsten setzt dem Egoismus Grenzen. Sie spornt zur Barmherzigkeit allen gegenüber an. Nachfolger Christi sind nicht nur zur Nächstenliebe in irdischen Belangen gerufen, sondern auch dazu, Menschen auf das Evangelium Christi hinzuweisen. In diesem Zusammenhang steht auch die Fürbitte für Entschlafene. (5.2.2)

Nächstenliebe kommt durch die Liebe zu Gott zur völligen Entfaltung. (5.2.2)

Der Maßstab für die Liebe der Nachfolger Christi zueinander geht über die „goldene Regel“ („Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!") hinaus: Jeder soll den anderen so lieben, wie Christus die Seinen. Diese Liebe bewahrt vor Unversöhnlichkeit, Vorurteilen, abschätziger Betrachtung, da sie Bruder und Schwester so annimmt, wie sie sind. (5.2.3)

5.3 Die Zehn Gebote Nach oben

Die Zehn Gebote bilden den Kern des mosaischen Gesetzes, der fünf Bücher Mose (Thora). Sie bringen zum Ausdruck, welches Verhalten Gott gefällt und welches ihm missfällt. Aus ihnen lassen sich konkrete Hinweise ableiten, wie sich die von Jesus Christus gebotene Liebe zu Gott und zum Nächsten auf die Lebenspraxis auswirken soll.

In den Zehn Geboten wendet sich Gott an alle Menschen und nimmt den Einzelnen in die persönliche Verantwortung für sein Verhalten und seine Lebensführung.

5.3.1 Zum Begriff „Gebot“ Nach oben

Die Bezeichnung „Zehn Gebote“ bzw. „Dekalog“ ist abgeleitet von der biblischen Formulierung „Zehn Worte“ („deka logoi“) in 2. Mose 34,28 und 5. Mose 10,4.

5.3.1.1 Zur Zählung Nach oben

Die Bibel legt die Zahl der Gebote auf zehn fest, nummeriert sie jedoch nicht. Daraus haben sich unterschiedliche Zählweisen ergeben. Die in der Neuapostolischen Kirche gebräuchliche Zählweise geht auf eine Tradition aus dem vierten Jahrhundert n.Chr. zurück.

5.3.1.2 Die Zehn Gebote im Alten Testament Nach oben

Den Zehn Geboten kommt innerhalb des mosaischen Gesetzes eine herausragende Bedeutung zu: Nur sie verkündet Gott dem Volk Israel hörbar am Berg Sinai (5Mo 5,22), nur sie werden auf steinerne Gesetzestafeln geschrieben (2Mo 34,28).

Die Verkündung der Zehn Gebote gehört zu dem Bund, den Gott mit Israel geschlossen hat. Damit hat er den zuvor mit Abraham, Isaak und Jakob eingegangenen Bund erneuert (5Mo 5,2.3). In 5. Mose 4,13 heißt es: „Er [Gott] verkündigte euch seinen Bund, den er euch gebot zu halten, nämlich die Zehn Worte, und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln.“

Das Halten der Gebote war Bundespflicht der Israeliten und wurde von Gott gesegnet (5Mo 7,7-16). Bereits die Kinder im Volk Israel lernten sie auswendig (5Mo 6,6-9). Bis heute haben die Zehn Gebote ihre hohe Bedeutung im Judentum behalten.

5.3.1.3 Die Zehn Gebote im Neuen Testament Nach oben

Im Neuen Testament erhalten die Zehn Gebote durch den Sohn Gottes Bekräftigung und einen vertieften Sinngehalt. Jesus Christus zeigt sich in seinen Äußerungen als Herr über die Gebote, ja über das ganze Gesetz (Mt 12,8). Seine Aussage gegenüber dem reichen Jüngling macht deutlich, dass das ewige Leben nur erlangt werden kann, wenn der Mensch über das Halten der Gebote hinaus Christus nachfolgt (Mt 19,16-22; Mk 10,17-21).

Jesus Christus eröffnet eine neue Sicht auf das mosaische Gesetz (siehe 4.8) — mithin auch auf die Zehn Gebote. Apostel Paulus hat den Sinn des mosaischen Gesetzes nach dem Verständnis des Alten Testaments auf die Formel gebracht: „Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde“ (Röm 3,20).

Bereits die Übertretung eines einzigen dieser Gebote lässt den Menschen am ganzen Gesetz schuldig werden (Jak 2,10). Demzufolge brechen alle Menschen das Gesetz — alle Menschen sind Sünder.

Das Gesetz ermöglicht es, die Sünde zu erkennen. Begangene Sünden zu tilgen ermöglicht einzig Christi Opfer, die Grundlage des Neuen Bundes.

Die Zehn Gebote gelten auch im Neuen Bund; sie sind für alle Menschen verpflichtend. Das veränderte Verständnis der Zehn Gebote im Neuen Bund liegt auch darin begründet, dass entsprechend den Prophezeiungen in Jeremia 31,33.34 Gottes Gesetz nun nicht auf steinerne Tafeln, sondern ins Herz gegeben und in den Sinn geschrieben ist. Mit der Erfüllung des Gebots der Liebe zu Gott und zum Nächsten wird das ganze Gesetz erfüllt (Röm 13,8-10).

5.3.1.4 Der Wortlaut Nach oben

Der heute gebräuchliche Wortlaut der Zehn Gebote ist nicht deckungsgleich mit dem in der Bibel enthaltenen Text; einer einfachen, sinnwahrenden und einprägsamen Form wird der Vorzug gegeben.

Die Zehn Gebote im heute gebräuchlichen Wortlaut Nach oben

1. Gebot

Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.

2. Gebot

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

3. Gebot

Du sollst den Feiertag heiligen.

4. Gebot

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden.

5. Gebot

Du sollst nicht töten.

6. Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

7. Gebot

Du sollst nicht stehlen.

8. Gebot

Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

9. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

10. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist.

Die Zehn Gebote gemäß 2. Mose 20,2-17 Nach oben

1. Gebot

Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!

Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

2. Gebot

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

3. Gebot

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.

Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage.

Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn.

4. Gebot

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.

5. Gebot

Du sollst nicht töten.

6. Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

7. Gebot

Du sollst nicht stehlen.

8. Gebot

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

9. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

10. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.

Die Zehn Gebote gemäß 5. Mose 5,6-21 Nach oben

1. Gebot

Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Du sollst dir kein Bildnis machen in irgendeiner Gestalt, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen.

Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

2. Gebot

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

3. Gebot

Den Sabbattag sollst du halten, dass du ihn heiligest, wie dir der Herr, dein Gott, geboten hat.

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Rind, dein Esel, all dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt, auf dass dein Knecht und deine Magd ruhen gleichwie du. Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst und der Herr, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm.

Darum hat dir der Herr, dein Gott, geboten, dass du den Sabbattag halten sollst.

4. Gebot

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir der Herr, dein Gott, geboten hat, auf dass du lange lebest und dir's wohlgehe in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.

5. Gebot

Du sollst nicht töten.

6. Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

7. Gebot

Du sollst nicht stehlen.

8. Gebot

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

9. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.

10. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was sein ist.

EXTRAKT Nach oben

Die Zehn Gebote bilden den Kern des mosaischen Gesetzes. In ihnen wendet sich Gott an alle Menschen. (5.3)

Die Verkündung der Zehn Gebote, deren Einhaltung Pflicht war, gehört zu dem Bund Gottes mit Israel. (5.3.1.2)

Jesus Christus eröffnete eine neue Sicht auf das mosaische Gesetz und somit auf die Zehn Gebote; sie gelten auch im Neuen Bund. (5.3.1.3)

Der Text der Zehn Gebote ist zweimal in der Heiligen Schrift vorhanden: 2. Mose 20,2-17 und 5. Mose 5,6-21. (5.3.1.4)

5.3.2 Das erste Gebot Nach oben

Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Nach oben

5.3.2.1 Gott — Herr und Wohltäter Nach oben

„Ich bin der Herr, dein Gott“ — dies steht wie eine Einleitung über allen folgenden Geboten und bringt zum Ausdruck, dass Gott Herr über alles ist. Ihm, dem Schöpfer aller Dinge, kommt uneingeschränkte Souveränität zu. Er setzt Recht durch sein Wort; ihm ist Gehorsam zu leisten.

Von diesem Bewusstsein zeugt das Alte Testament im Gesetz, in den Psalmen und in den Propheten. Im Neuen Testament wird herausgestellt: Christus ist Herr, sein göttlicher Wille ist verpflichtend.

Gott ist aber nicht allein Herrscher, sondern auch Bewahrer. In seinem Segen erweist er sich als Wohltäter aller Menschen.

5.3.2.2 Gott führt aus der Knechtschaft Nach oben

Obwohl Gott absoluter Souverän ist und niemandem Rechenschaft schuldig ist, begründet er den Israeliten seine Forderung nach Gehorsam: Er hat Israel „aus der Knechtschaft“, aus der Sklaverei in Ägypten, herausgeführt; er ist der in die Freiheit leitende, der erlösende Gott.

Gott, der das Volk Israel aus irdischer Fremdherrschaft befreite, offenbart sich in seinem Sohn Jesus Christus als Wohltäter für alle Menschen in weit höherem Sinn: Aus Liebe sendet Gott seinen Sohn. Dieser opfert aus Liebe im Gehorsam sein sündloses Leben am Kreuz. Seitdem besteht für jeden Menschen die Möglichkeit, erlöst zu werden aus der Gefangenschaft in Sünde und Tod. Wer die Bedeutung der Erlösung erkennt, will dem Erlöser Liebe und Gehorsam erweisen. Der enge Zusammenhang des ersten Gebots mit der Aufforderung, Gott zu lieben, wird in 5.Mose 6,4.5 herausgestellt: „Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“

5.3.2.3 Anbetung und Gottesfurcht Nach oben

Allein Gott, dem Herrn, gebührt Anbetung; nur ihm ist zu dienen.

Die Formen der Anbetung Gottes im Alten Bund sind unterschiedlich. Im Gebet, so bezeugen es die Psalmen, kommen Lob und Preis zum Ausdruck. Auch der Opferdienst im Tempel war Anbetung.

Der Tempelkult führte im Lauf der Zeit zu einer veräußerlichten und formalen Gottesverehrung, die schon von den Propheten angeprangert wurde (u.a. Am 5,21.22.24). Diese prophetische Tradition greift auch Jesus auf und lehrt: „Es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh 4,23.24). Die rechte Anbetung Gottes ist also kein rein formaler Akt, sondern besteht in der völligen Hinwendung des Menschen zu Gott.

Die Hinwendung zu Gott ist von Gottesfurcht, also dem Respekt vor Gott, geprägt. Gottesfurcht ist nicht Ausdruck von unterwürfiger Angst, sondern von Demut, Liebe und Vertrauen. Sie äußert sich in der Verehrung des Allerhöchsten aus kindlicher Liebe und darin, die Majestät Gottes vorbehaltlos anzunehmen. Gottesfurcht beweist sich in dem Bemühen, die Gebote zu halten, also die Sünde zu meiden.

5.3.2.4 Verbot der Verehrung anderer Götter Nach oben

„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Damit macht Gott deutlich, dass er der Einzige ist, dem Anbetung und Verehrung als Gott gebühren. Jegliche Verehrung oder Anbetung von all dem, was Menschen als Gottheit ansehen, seien es Lebewesen, Naturerscheinungen, Gegenstände, wirkliche oder erdachte geistige Wesen, ist Sünde. Paulus schreibt: „Obwohl es solche gibt, die Götter genannt werden, es sei im Himmel oder auf Erden, wie es ja viele Götter und viele Herren gibt, so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn“ (1Kor 8,5.6).

5.3.2.5 Das Bilderverbot Nach oben

In der Umgebung Israels wurden Gestirne und Naturphänomene, Statuen, Tierfiguren, Steine und Ähnliches als Götter bzw. deren Manifestationen verehrt. Die Israeliten ließen sich von solchen Kulten beeinflussen und stellten zuweilen Bilder her, die sie verehrten, wie zum Beispiel das goldene Kalb (2Mo 32).

Das erste Gebot untersagt dem biblischen Wortlaut nach jegliche Anfertigung von Abbildern des von Gott Geschaffenen: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!“ (2Mo 20,4.5).

Das Verbot, Bilder herzustellen und zu verehren, muss vor dem Hintergrund gesehen werden, dass es Bilder und Statuen gab, die als Gottheit verehrt und angebetet wurden.

Der Mensch soll sich kein Bild von Gott machen, sondern ihn so annehmen, wie er in der Welt in Erscheinung getreten ist: in Jesus Christus, der Selbstoffenbarung Gottes im Fleisch. Dabei geht es nicht um die äußere Erscheinungsform, sondern um Gottes Wesen und Willen (Joh 14,9).

Nach christlicher Tradition ist im ersten Gebot kein Verbot zu sehen, Bilder, Skulpturen, Fotografien oder filmische Darstellungen anzufertigen. Diese Haltung leitet sich unter anderem davon ab, dass nach biblischem Bericht Gott selbst Aufträge zur Anfertigung von Skulpturen gegeben hat (u.a. 4Mo 21,8.9).

5.3.2.6 Verstöße gegen das erste Gebot Nach oben

Die Verehrung und Anbetung von Statuen, Götterbildern oder Amuletten sowie von Bergen, Bäumen und Naturerscheinungen sind Verstöße gegen das erste Gebot. Handlungen gegen das erste Gebot sind überdies Satanismus, Wahrsagerei, Magie, Geisterbefragung, Totenbeschwörung.

Es läuft dem Willen Gottes zuwider, sich in Macht, Ehre, Geld, Idolen oder auch in der eigenen Person gleichsam einen Gott zu machen, dem sich alles andere unterordnen muss. Ebenso verstößt es gegen das erste Gebot, sich von den eigenen Wünschen oder Ansichten geprägte Gottesvorstellungen zu machen.

Das erste Gebot fordert auf, aus Liebe Gott zu ehren und ihn so anzunehmen, wie er sich offenbart hat. Diese Gottesverehrung vollzieht sich in Anbetung, Gehorsam und Gottesfurcht. So werden die Worte erfüllt: „Gebt unserm Gott allein die Ehre!“ (5Mo 32,3).

Aus Frömmigkeit geschaffene Bilder, Ikonen, Statuen und dergleichen haben in der Neuapostolischen Kirche keinerlei religiöse Funktion, sie werden nicht angebetet. Es werden ihnen weder geistige Kräfte noch heilende Wirkungen beigemessen.

EXTRAKT Nach oben

„Ich bin der Herr, dein Gott“ bringt zum Ausdruck, dass Gott uneingeschränkte Souveränität zukommt. Er setzt durch sein Wort Recht, dem Gehorsam zu leisten ist. (5.3.2.1)

Gott ist der Einzige, dem Anbetung gebührt. Jegliche Anbetung von Lebewesen, Naturerscheinungen, Gegenständen, wirklichen oder erdachten geistigen Wesen ist Sünde. (5.3.2.3; 5.3.2.4)

Der Mensch soll sich kein Bild von Gott machen, sondern ihn so annehmen, wie er sich in Jesus Christus selbst offenbart hat. (5.3.2.5)

Gottesverehrung vollzieht sich in Anbetung, Gehorsam und Gottesfurcht. (5.3.2.6)

5.3.3 Das zweite Gebot Nach oben

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Nach oben

5.3.3.1 Gottes Name Nach oben

Als Gott im feurigen Dornbusch zu Mose sprach, nannte er seinen Namen (2Mo 3,14). Dies war zugleich ein Akt, in dem Gott sein Wesen offenbarte. Der Name „Jahwe“, den Gott hier bekanntmachte, kann übersetzt werden mit „Ich werde sein, der ich sein werde“ oder auch „Ich bin, der ich bin“. Gott gibt sich auf diese Weise als derjenige zu erkennen, der völlig mit sich identisch, unveränderlich und ewig ist.

Aus Ehrfurcht vermeiden es die Juden, den Namen Jahwe auszusprechen. Wo im alttestamentlichen Bibeltext dieser Gottesname steht, lesen sie bis heute „Adonai" („Herr“). So wird versucht, der Gefahr einer — auch unbeabsichtigten — missbräuchlichen Verwendung des Gottesnamens zu entgehen.

Das Alte Testament kennt weitere Namen Gottes. Beispielsweise ist vom „Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“ die Rede oder vom „Gott der Väter“. Diese Namen verweisen auf das göttliche Handeln in der Geschichte, wie es in der Zeit der Erzväter geschah. Gott wird überdies „Herr Zebaoth“ („Herr der Heerscharen“) genannt; mit „Heerscharen“ sind hier die Engel gemeint.

Gott wird auch als „Vater“ bezeichnet (Jes 63,16). Als Jesus beten lehrte, forderte er auf, Gott als den „Vater im Himmel“ anzusprechen (Mt 6,9). In der Bezeichnung „Vater“ wird deutlich, dass sich der Mensch im kindlichen Vertrauen mit allem an den liebenden Gott wenden darf.

Im Sendungsauftrag an die Apostel (Mt 28,19) und im Segen, der in 2. Korinther 13,13 steht, wird Gott „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ genannt. Dieser Name macht das göttliche Wesen in zuvor unbekannter Deutlichkeit offenbar: Gott ist dreieinig und wird als Vater, Sohn und Heiliger Geist angerufen und verehrt. Unziemliches Reden von den drei göttlichen Personen verbietet sich.

5.3.3.2 Formen des Missbrauchs von Gottes Namen Nach oben

Wer den Namen Gottes ausspricht, sollte dies im Bewusstsein tun, dass er dafür vor Gott Verantwortung hat.

Ein schwerwiegender Missbrauch des Namens Gottes ist die Gotteslästerung, bei der Gott bewusst verunglimpft, verhöhnt oder beschimpft wird. Auch wer sich bei Aussagen auf den Allmächtigen beruft und dabei lügt, missbraucht den Namen Gottes.

Im Lauf der Geschichte wurde der Name Gottes vielfach missbraucht, um sich zu bereichern, um Kriege zu führen, Menschen zu diskriminieren, zu quälen und zu töten.

Auch im Alltag finden sich Übertretungen des zweiten Gebots. Schon die leichtfertige Verwendung der Bezeichnungen „Gott“, „Jesus Christus“ oder „Heiliger Geist“ für lockere Redensarten ist Sünde. Nicht anders ist es bei Flüchen, in denen Gott oder Jesus — zum Teil in verfremdenden Formulierungen — erwähnt werden, und bei Witzen, in denen Gott, der Vater, Jesus Christus oder der Heilige Geist vorkommen. Damit werden Gottes Majestät und die Heiligkeit seines Wirkens auf eine niedere Ebene herabgezogen; es handelt sich hierbei um „lose Reden“ im Sinne von Epheser 5,4.

5.3.3.3 Die Strafandrohung Nach oben

Der zweite Teil des Gebotes lautet: „[...] denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ Das verdeutlicht, dass Gottes Gebote ernst genommen werden müssen. Zu der Frage, worin diese Strafe besteht, sagt die Bibel nichts. Derjenige, dem bewusst wird, dass er den Namen Gottes missbraucht hat und der es bereut, darf auf Vergebung hoffen.

Vor allem Liebe zu Gott und Gottesfurcht sollen Beweggrund sein, das zweite Gebot zu befolgen, nicht eine zu befürchtende Strafe.

5.3.3.4 Gottes Namen heiligen — Gebet und Lebenswandel Nach oben

Das zweite Gebot mahnt, alles heilig zu halten, was mit Gott und seinem Namen zu tun hat. Das betrifft auch den Lebenswandel. Der Glaubende ist als Christ auf den Namen des Herrn verpflichtet. Führten solche, die nach Gottes Namen genannt sind, einen unehrenhaften Wandel, entehrten sie dadurch den Namen Gottes.

Gottes Kinder sind aufgrund des Kindschaftsverhältnisses in hoher Verantwortung, den Namen Gottes heilig zu halten, denn sie tragen den Namen des Vaters und des Sohnes (Offb 14,1).

5.3.3.5 Schwur — Eid Nach oben

Im Zusammenhang mit dem zweiten Gebot steht die Frage, ob es erlaubt ist, unter Berufung auf Gottes Namen zu schwören oder einen Eid abzulegen. Dies wurde in Israel gestattet (5Mo 6,13; 5Mo 10,20); in der Bergpredigt hingegen wird das Schwören untersagt (Mt 5,33-37).

Die uneinheitlichen Aussagen zum Schwören im Neuen Testament (Jak 5,12; Röm 1,9; 2Kor 1,23; Phil 1,8 u.a.) lassen darauf schließen, dass das Verbot zu schwören nicht als generelle Verhaltensrichtlinie angesehen wurde. Dem folgt die christliche Tradition und bezieht das Verbot Jesu nur auf das leichtfertige Schwören im alltäglichen Leben, nicht aber zum Beispiel auf das Schwören vor Gericht. Wer bei einer vorgeschriebenen Eidesformel Gott zum Zeugen anruft („So wahr mir Gott helfe!“), um seine Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit dem Ewigen gegenüber zu bekunden, legt damit ein öffentliches Bekenntnis seines Glaubens an den allmächtigen, allwissenden Gott ab. Auch in einem solchen Eid wird keine Sünde gesehen.

EXTRAKT Nach oben

Gott gibt sich mit dem Namen „Jahwe“ — „Ich werde sein, der ich sein werde“ oder „Ich bin, der ich bin“ — als derjenige zu erkennen, der völlig mit sich identisch, unveränderlich und ewig ist. (5.3.3.1)

Ein schwerwiegender Missbrauch des Namens Gottes ist Gotteslästerung. (5.3.3.2)

Das zweite Gebot enthält als einziges der Gebote eine Strafandrohung. (5.3.3.3)

Es mahnt, Gottes Namen heilig zu halten, auch im Lebenswandel. (5.3.3.4)

Leichtfertiges Schwören unter Berufung auf Gottes Namen verstößt gegen das zweite Gebot. (5.3.3.5)

5.3.4 Das dritte Gebot Nach oben

Du sollst den Feiertag heiligen. Nach oben

Mit dem dritten Gebot wird dazu aufgefordert, einen Tag der Woche von den anderen abzusondern, um Gott anzubeten, dankbar seiner Heilstaten zu gedenken und sich mit seinem Wort zu befassen.

5.3.4.1 Begründungen des dritten Gebots für Israel Nach oben

Der Sabbat als Teil der Schöpfungsordnung soll geheiligt werden, weil Gott am siebten Schöpfungstag ruhte und ihn heiligte (1Mo 2,2.3; 2Mo 20,8-11). Der Feiertag ist zum ehrenden Gedenken an Gottes schöpferisches Handeln gegeben, das allen Menschen zugutegekommen ist.

Eine weitere Begründung für die Heiligung des Sabbats steht in 5. Mose 5,15: „Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst und der Herr, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm. Darum hat dir der Herr, dein Gott, geboten, dass du den Sabbattag halten sollst.“

Der Ruhetag dient somit dem Lob des Schöpfers und der Erinnerung an die Befreiung Israels aus der Gefangenschaft. Außerdem wird am Sabbat der Taten Gottes an der Menschheit und besonders an seinem erwählten Volk gedacht.

5.3.4.2 Der Sabbat in Israel Nach oben

Gott hob bereits vor der Gesetzgebung am Sinai den Sabbat hervor (2Mo 16,4-30). Er gab ihn als ein Geschenk, an dem sich das Volk Israel von der Arbeit ausruhen und ungestört Gott zuwenden sollte — so war der Sabbat Ruhetag und Feiertag zugleich. Er stand im Zeichen des besonderen Opferdienstes (4Mo 28,9.10). Demjenigen war Segen zugesagt, der den Sabbat in Ehren hielt und persönliche Geschäfte und „leeres Geschwätz“ mied (Jes 58,13.14).

5.3.4.3 Jesus Christus und der Sabbat Nach oben

Jesu Haltung zum Sabbat unterscheidet sich grundlegend von derjenigen der gesetzestreuen Juden. An dem Verhalten des Gottessohnes wird deutlich, dass Gesetz und Evangelium den Feiertag verschieden bewerten. Zwar ging auch Jesus am Sabbat in die Synagoge (Lk 4,16), doch heilte er dort Kranke (Lk 6,6-11) — was für die Schriftgelehrten Arbeit und somit Verstoß gegen das dritte Gebot war. Für Jesus hingegen war die Heilung der Kranken Ausdruck von göttlichem Wohltun und auch am Sabbat zulässig.

Jesus Christus hat die Autorität, den Ruhetag von der Enge strenger Gesetzlichkeit zu befreien: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen“ (Mk 2,27).

5.3.4.4 Vom Sabbat zum Sonntag Nach oben

„Der Menschensohn ist ein Herr über den Sabbat“ (Mt 12,8) — dieses Wort Jesu, in dem sich seine göttliche Autorität über das Gesetz dokumentiert, hat sich auch in der Veränderung des Wochentags erfüllt, der von nahezu allen Christen als Feiertag geheiligt wird: Während in Israel der siebte Tag des jüdischen Kalenders — der Sabbatheilig gehalten wird, feiern Christen den Sonntag. Dies rührt daher, dass Jesus Christus nach einhelligem Zeugnis der Evangelien an diesem Wochentag von den Toten auferstanden ist (Mt 28,1; Mk 16,2; Lk 24,1; Joh 20,1). Daher ist für Christen das Heiligen des Sonntags auch Bekenntnis zur Auferstehung Jesu Christi und Besinnung auf Ostern.

Nach der Himmelfahrt des Herrn hielten die ersten Christen noch an ihren jüdischen Traditionen fest, wozu auch die Heiligung des Sabbats gehörte. Dies änderte sich mit der Mission unter den Heiden. In einem jahrzehntelangen Prozess entwickelte sich der Sonntag zum Feiertag der Christen. Erste Hinweise auf die Bedeutung des Sonntags finden sich in Apostelgeschichte 20,7 und 1. Korinther 16,2.

Kaiser Konstantin I. bestimmte im Jahr 321 den Sonntag zum allgemeinen Ruhetag im Römischen Reich. Diese Regelung hat in christlichen Ländern bis heute weitgehend ihre Gültigkeit behalten.

5.3.4.5 Den Feiertag heiligen — im Gottesdienst Nach oben

Die Heiligung des Feiertags besteht vor allem darin, Gott im Gottesdienst Anbetung darzubringen, sein Wort gläubig aufzunehmen, bußfertig die Sündenvergebung anzunehmen und Christi Leib und Blut im Sakrament des Heiligen Abendmahls würdig zu genießen. Dabei gedenken die Glaubenden des Opfers Christi, seiner Erlösungstat, feiern die Auferstehung des Herrn und richten den Blick auf sein Wiederkommen. Im Gottesdienstbesuch zeigt sich die Dankbarkeit für die Heilstaten Jesu. Außerdem kommt darin das Verlangen nach Gottes Wort und Sakrament zum Ausdruck.

Berufstätige, Kranke, Behinderte und Betagte, die nicht zum Gottesdienst kommen können, heiligen den Sonntag, indem sie nach ihren Möglichkeiten betend Verbindung mit Gott und der Gemeinde suchen. Gott naht sich ihnen und schenkt Frieden, Trost und Stärkung (siehe 12.4.3).

Auch die Feiertage des Kirchenjahrs (siehe 12.5), die nicht auf einen Sonntag fallen, werden mit Gottesdiensten begangen.

Der Feiertag als Ruhetag ist überdies ein Vorbild für die verheißene Ruhe bei Gott. Der Zusammenhang zwischen dem dritten Gebot und diesem künftigen „Feiertag“ wird in Hebräer 4,4-11 beschrieben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es erforderlich, das „Heute“ zu nutzen und Wort und Sakrament im Gottesdienst gläubig anzunehmen (Hebr 3,7).

5.3.4.6 Sonntagsarbeit — zwischen Pflicht und Heiligung Nach oben

Wer Jesus Christus in seinem Herzen heilig hält (1Petr 3,15), wird, wenn immer es möglich ist, die Gemeinschaft mit ihm im Gottesdienst suchen. Muss jemand am Sonntag einer Arbeit nachgehen, sollte er sich im Gebet mit Gott und der Gemeinde verbinden.

5.3.4.7 Gestaltung des Sonntags Nach oben

Der Sonntag soll nach Möglichkeit ein Tag der Ruhe und der Besinnung auf das Evangelium sein. Er ist der Festtag der Seele, hier steht sie mit ihren Bedürfnissen im Vordergrund. Göttliche Werte wie Frieden und Gemeinschaftspflege tragen zur Heiligung bei.

Das Gebot, den Feiertag zu heiligen, fordert den Gläubigen auf zu prüfen, inwieweit sich seine Aktivitäten mit dem Sinn des dem Herrn geweihten Tags vereinbaren lassen. Im Vordergrund soll stehen, dass die Wirkung des Gottesdienstes vertieft wird und bewahrt bleibt.

Wird der Sonntag so genutzt, leben die Gläubigen nach der Aufforderung in Psalm 118,24: „Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“

EXTRAKT Nach oben

Der Sabbat dient dem Lob des Schöpfers und erinnert an die Befreiung Israels aus der Gefangenschaft. An ihm wird der Taten Gottes an der Menschheit und an seinem erwählten Volk gedacht. (5.3.4.1)

Christen begehen den Sonntag, den Tag der Auferstehung Jesu Christi, als Feiertag. (5.3.4.4)

Im Gottesdienstbesuch zeigt sich die Dankbarkeit für Christi Heilstaten. (5.3.4.5)

Der Feiertag als Ruhetag ist ein Vorbild für die verheißene Ruhe bei Gott. (5.3.4.5)

Das dritte Gebot fordert dazu auf, den Sonntag als einen dem Herrn geweihten Tag zu gestalten. (5.3.4.7)

5.3.5 Das vierte Gebot Nach oben

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dir´s wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Nach oben

Mit dem vierten Gebot beginnen die Bestimmungen aus den Zehn Geboten, die das Verhältnis zu den Mitmenschen betreffen. Das Gebot enthält kein Verbot, sondern zeigt die Gott wohlgefällige Handlungsweise. Es richtet sich an Menschen jeglichen Alters und verlangt, Vater und Mutter die gebührende Achtung und Wertschätzung zukommen zu lassen. Die konkrete Umsetzung kann sich unterschiedlich gestalten — abhängig von den jeweiligen Lebensumständen wie Alter, soziales Umfeld und gesellschaftliche Normen und Gepflogenheiten.

5.3.5.1 Das vierte Gebot nach alttestamentlichem Verständnis Nach oben

Das vierte Gebot steht, wie das mosaische Gesetz überhaupt, im Zusammenhang mit der Wüstenwanderung der Israeliten (5Mo 5,16). Aus dieser geschichtlichen Situation lässt sich die ursprüngliche Bedeutung des Gebots ableiten: Es betraf zunächst die freien Israeliten (nach damaligem Verständnis also nicht Frauen, Fremde und Sklaven). Sie sollten den älteren Angehörigen der Sippe Ehre erweisen, indem sie ihnen bei der beschwerlichen Wanderung beistanden. Die im Gebot ausgesprochene Verheißung galt ebenfalls den Israeliten: Sie sollten lange leben, es sollte ihnen wohlgehen — und zwar in Kanaan, dem Land, das erst noch einzunehmen war. Hier wird offenkundig, dass für das alte Bundesvolk „Wohlergehen“ auf das irdische Leben bezogen war. Als später die Israeliten Kanaan besiedelten, wurden die betagten Eltern dadurch geehrt, dass sie von ihren Nachkommen versorgt und im Krankheitsfall gepflegt wurden.

In etlichen Schriften des Alten Testaments wird dieses Gebot ausgelegt: In Sirach 3,14 zum Beispiel bezieht sich das vierte Gebot auf das Verhältnis zu den alt gewordenen Eltern: „Liebes Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an und betrübe ihn ja nicht, solange er lebt“. In Sprüche 1,8 wird Gehorsam gegenüber Vater und Mutter gefordert; nach Tobias 10,13 sollen auch die Schwiegereltern geehrt werden: „Die Eltern umarmten ihre Tochter und küssten sie; dann ließen sie sie ziehen und ermahnten sie, die Eltern ihres Mannes zu ehren“.

5.3.5.2 Jesus Christus und das vierte Gebot Nach oben

Gemäß Lukas 2,51 ordnete sich Jesus seiner Mutter Maria und deren Mann Josef gehorsam unter. Wie weit seine Zuwendung für seine Mutter ging, zeigt sich in seinem Verhalten auf Golgatha: Am Kreuz ehrte er Maria, indem er sie der Fürsorge des Apostels Johannes anbefahl (Joh 19,27).

Dem reichen Jüngling gegenüber erwähnte der Gottessohn das vierte Gebot als wichtig zur Erlangung des ewigen Lebens (Mk 10,17-19). In seiner Lehrtätigkeit rügte der Herr, dass die jüdischen Gesetzeslehrer den Teilaspekt des Gebots, für den Lebensunterhalt der Eltern im Alter zu sorgen, untergraben hatten (Mk 7,9-13).

5.3.5.3 Das vierte Gebot bei Apostel Paulus Nach oben

In den Briefen des Apostels Paulus wird das vierte Gebot ausdrücklich erwähnt. Die Kinder werden zum Gehorsam gegenüber ihren Eltern ermahnt (Eph 6,1-3; Kol 3,20). Ungehorsam der Kinder gegenüber den Eltern wird sogar in den sogenannten „Laster-Katalogen“ genannt (Röm 1,30; 2Tim 3,2). Andererseits sind auch die Väter aufgefordert, sich den Kindern gegenüber rücksichtsvoll zu verhalten (Eph 6,4), und die Mütter sollen ihre Kinder lieben (Tit 2,4). Es wird deutlich: Neben der sich aus dem vierten Gebot ergebenden Verpflichtung der Kinder haben auch die Eltern Pflichten den Kindern gegenüber.

5.3.5.4 Ausweitung des vierten Gebots in der christlichen Tradition Nach oben

Im Lauf der Zeit erhielt das vierte Gebot eine erweiterte Sinngebung. Ist vom Wortlaut her nur angesprochen, die Eltern zu ehren, wurde das Gebot in der christlichen Tradition als Verpflichtung gesehen, alle Autorität anzuerkennen. Vornehmlich bezieht sich das vierte Gebot auf das Verhalten gegenüber den Vorfahren.

Alle Gehorsamspflicht, auch diejenige den Eltern gegenüber, wird eingeschränkt durch die Maßgabe: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen" (Apg 5,29).

5.3.5.5 Das vierte Gebot im heutigen Leben Nach oben

Unverändert stellt sich Kindern, unabhängig von ihrem Alter, die Aufgabe, die Eltern zu ehren.

Wo die Beziehung zueinander von Liebe und Vertrauen getragen ist, dürfen Eltern von den Kindern Gehorsam erwarten. Der Heranwachsende ist aufgerufen, sich bewusst zu machen, was fürsorgliche Eltern alles für ihn im Lauf der Kindheit und Jugendzeit getan haben. Das führt zu einer dankbaren Einstellung. Im Umgang mit den Eltern, im Reden mit ihnen und über sie soll Achtung zu erkennen sein.

Es ergibt sich auch für die Eltern eine Pflicht aus dem vierten Gebot: Sie tragen in ihrem Erziehungsauftrag eine hohe Verantwortung und sollen durch ein Gott wohlgefälliges Verhalten dafür sorgen, dass den Kindern ihre Wertschätzung nicht erschwert wird. Eltern geben durch die Art und Weise, wie sie mit den eigenen Eltern und Schwiegereltern umgehen bzw. mit ihnen und über sie sprechen, den Kindern ein Vorbild. Es dient einem harmonischen Familienleben, wenn sich Eltern und Kinder in Liebe begegnen und so ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und erhalten wird.

Zur Erfüllung des vierten Gebots zählt, dass man sich der Eltern auch im Alter liebevoll annimmt. Ist das Verhalten von Dankbarkeit, Liebe und Vertrauen geprägt, wird das vierte Gebot erfüllt und Gottes Segen ruht darauf. In der Vorstellung des Alten Testaments ist „langes Leben“ Ausdruck für Segen Gottes; im Neuen Bund zeigt sich dieser hauptsächlich in geistlichen Gütern.

EXTRAKT Nach oben

Mit dem vierten Gebot beginnen die Bestimmungen, die das Verhältnis zu den Mitmenschen betreffen. Es enthält kein Verbot, sondern zeigt eine Gott wohlgefällige Handlungsweise. (5.3.5)

Neben der Verpflichtung der Kinder, die Eltern zu ehren, haben auch die Eltern Pflichten: für die Kinder zu sorgen und ihnen Vorbild zu sein. (5.3.5.5)

Wird das Gebot erfüllt, zieht dies Gottes Segen nach sich. (5.3.5.5)

5.3.6 Das fünfte Gebot Nach oben

Du sollst nicht töten. Nach oben

5.3.6.1 Verbot des Tötens im Alten Testament Nach oben

Die wörtliche Übersetzung dieses Gebots aus dem hebräischen Urtext lautet: „Du sollst nicht morden!“ Dem ursprünglichen Wortsinn nach untersagt das fünfte Gebot eigenmächtiges, rechtswidriges und gemeinschaftsschädigendes Vergießen unschuldigen Blutes; es bezog sich nicht auf Kriegsdienst und Todesstrafe.

Das mosaische Gesetz unterscheidet hinsichtlich der Sanktionen zwischen versehentlicher, fahrlässiger und vorsätzlicher Tötung (2Mo 21,12-14).

Grundsätzlich wurde Töten in Israel mit dem Tod geahndet. Bei den beiden erstgenannten Tatbeständen hatte der Täter aber die Möglichkeit, dem zu entgehen: Erreichte er auf seiner Flucht eine der über das Gebiet Israels verteilten „Freistädte“, genoss er Schutz vor dem Bluträcher (4Mo 35,6-34). Bei der vorsätzlichen Tötung dagegen war die Todesstrafe unausweichlich.

Vielfach berichtet das Alte Testament vom Töten, so zum Beispiel im Zusammenhang mit der Landnahme Kanaans oder den Kämpfen des Volkes Israel gegen die Philister. Auch um Israel vor Götzendienst zu schützen, galt Kriegsführung als legitimes Mittel.

5.3.6.2 Verbot des Tötens im Neuen Testament Nach oben

Jesus deutet das fünfte Gebot über den ursprünglichen Sinn hinaus: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: ,Du sollst nicht töten'; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig“ (Mt 5,21.22). Er beschränkt die Beachtung des Gebots also nicht auf seine buchstabengemäße Erfüllung, sondern bezieht die innere Haltung des Menschen mit ein. Dementsprechend heißt es in 1. Johannes 3,15: „Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger.“

5.3.6.3 Bedeutung des fünften Gebots heute Nach oben

Das Leben ist von Gott gegeben. Er allein ist Herr über Leben und Tod. Insofern steht es keinem Menschen zu, Menschenleben zu beenden.

Gewalt und Nichtachtung des Lebens in der gegenwärtigen Gesellschaft dürfen das Gebot nicht relativieren.

Das Gebot, nicht zu töten, umfasst zugleich den Auftrag, menschliches Leben zu schützen und zu bewahren.

5.3.6.4 Einzelfragen zum fünften Gebot Nach oben

Alle Einzelfragen sind unter dem Gedanken, dass Gott die Quelle allen Lebens ist, zu beantworten. Er ist die Autorität, in deren Händen Anfang und Ende des menschlichen Lebens liegen. Es steht dem Menschen nicht zu, diese göttliche Ordnung zu verletzen.

Todesstrafe

In der Todesstrafe erkennt die Neuapostolische Kirche kein geeignetes Mittel zur Abschreckung und damit zum Schutz der Gesellschaft.

Kriege

Das Töten im Krieg verstößt gegen das fünfte Gebot, wenngleich der Einzelne das Geschehen kaum beeinflussen kann. Er steht in der Verantwortung, selbst in dieser Ausnahmesituation das geringste Übel zu wählen und das Töten tunlichst zu vermeiden. Selbst wenn man den Einsatz von Gewalt in bestimmten Fällen zur Abwendung größeren Schadens oder zum Selbstschutz rechtfertigen möchte, verstößt Töten gegen das fünfte Gebot.

Rechtfertigungs- und Schuldausschließungsgründe

Auch das Töten in Notwehr verstößt gegen das fünfte Gebot. Unabhängig von der strafrechtlichen Ahndung kann in diesen wie in vergleichbaren Fällen die Schuld Gott gegenüber gering sein.

Tötung ungeborenen Lebens

Ungeborenes Leben ist zu achten und zu schützen, da davon auszugehen ist, dass bereits vom Augenblick der Zeugung an von Gott gegebenes menschliches Leben vorliegt. Das Töten von Embryonen — also Schwangerschaftsabbrüche ebenso wie die Vernichtung von auf künstlichem Weg erzeugtem menschlichem Leben — lehnt die Kirche ab. Ist jedoch nach ärztlichem Befund das Leben der Mutter gefährdet, soll ihr Leben gerettet werden. Gleichwohl ist auch in diesem Fall das fünfte Gebot übertreten, wenngleich die Schuld durchaus gering sein kann.

Suizid

Der Suizid (Selbsttötung) ist ein Verstoß gegen das fünfte Gebot.

Sterbehilfe

Sterbehilfe betrifft den Sterbenden, für den keine Aussicht auf Heilung oder Besserung seines Leidens besteht.

Aktive Sterbehilfe

Aktive Sterbehilfe verstößt ebenso wie Beihilfe zum Suizid gegen das fünfte Gebot.

Passive Sterbehilfe

Die Entscheidung über lebensverlängernde Maßnahmen obliegt zunächst dem Patienten selbst. Bei fehlender Willensbekundung soll diese Entscheidung in Absprache zwischen den Ärzten und den Angehörigen einzig unter verantwortungsbewusster Würdigung der Interessen des Sterbenden getroffen werden. In beiden Fällen wird kein Verstoß gegen das fünfte Gebot gesehen.

Euthanasie

Das Töten behinderter oder versehrter Menschen ist ein Verstoß gegen das fünfte Gebot.

Tötung anderer Lebewesen

Das Töten von Tieren fällt nicht unter das fünfte Gebot. 1. Mose 9,1-3 lässt ausdrücklich zu, dass Tiere der Ernährung des Menschen dienen. Dennoch ist auch das Leben der stummen Kreatur zu respektieren. Dies ergibt sich aus der Mitverantwortung des Menschen für die Bewahrung der Schöpfung. Es ist die Pflicht jedes Einzelnen, allem Leben mit Achtung zu begegnen.

EXTRAKT Nach oben

Das Leben ist von Gott gegeben. Er allein ist Herr über Leben und Tod. Insofern steht es keinem Menschen zu, Menschenleben zu beenden. (5.3.6.3)

Dem ursprünglichen Wortsinn nach untersagt das fünfte Gebot eigenmächtiges, rechtswidriges und gemeinschaftsschädigendes Vergießen unschuldigen Bluts. (5.3.6.1)

Jesus beschränkt die Beachtung des Gebotes nicht auf seine buchstabengemäße Erfüllung, sondern bezieht die innere Haltung des Menschen mit ein. (5.3.6.2)

Das Gebot, nicht zu töten, umfasst zugleich den Auftrag, menschliches Leben zu schützen und zu bewahren. (5.3.6.3)

5.3.7 Das sechste Gebot Nach oben

Du sollst nicht ehebrechen. Nach oben

5.3.7.1 Die Ehe Nach oben

Die Ehe ist die von Gott gewollte, auf Lebenszeit angelegte Gemeinschaft von Mann und Frau. Ihr liegt ein freier Willensakt zugrunde; er wird durch ein öffentliches Treueversprechen bekundet (Mt 19,4.5).

In der Bibel sind verschiedene Arten der Ehe beschrieben. Während das Alte Testament vielfach von der Polygamie (Vielehe, verstanden als Ehe eines Mannes mit mehreren Frauen) berichtet, spricht sich Jesus Christus und mit ihm das Neue Testament eindeutig für die Monogamie (Einehe) aus als der gottgewollten, dem gläubigen Christen angemessenen Form ehelichen Zusammenlebens von Mann und Frau (u.a. Mt 19,5.6; 1Tim 3,2.12; 5,9).

Schon im Alten Testament wird die Ehe als Bund verstanden, der unter Gottes Schutz steht (Spr 2,17; Mal 2,13-16) und unter Gebet gesegnet wird: „Denn wir sind Kinder der Heiligen und können unsere Ehe nicht beginnen wie die Heiden, die Gott nicht kennen. Und sie standen auf und beteten beide inständig, dass Gott sie behüten wolle“ (Tob 8,5.6).

In der Neuapostolischen Kirche erhalten Ehepaare, von denen zumindest ein Partner neuapostolisch sein sollte, auf Wunsch zur Eheschließung den Trausegen. Dieser Segen Gottes birgt Kräfte in sich, um das weitere Leben miteinander in gottgewollter Weise zu gestalten. Dazu gehört, dass die Eheleute sich ernsthaft bemühen, den Lebensweg in Gottesfurcht und Liebe miteinander zu gehen.

Die Ehe, wie sie dem Willen Gottes entspricht, ist ein Abbild der Gemeinschaft Christi mit seiner Gemeinde und von daher heilig. Sie verpflichtet die Ehepartner, einander zu ehren und zu lieben (Eph 5,25.28-33). Sie ist auf Unauflöslichkeit bis zum Tod angelegt: „Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden" (Mt 19,6). Vor diesem Hintergrund ist es geboten, die Ehe zu schützen und zu fördern.

5.3.7.2 Ehebruch Nach oben

Ehebruch im allgemeinen Sinn begeht, wer als Verheirateter mit jemand anderem als seinem Ehepartner bzw. wer als Unverheirateter mit einem ehelich Gebundenen geschlechtlich verkehrt. Nach den Worten Jesu „Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen“ (Mt 5,28) kann es trotz äußerlich untadeligem Lebenswandel zum „Ehebruch im Herzen“ kommen. Die Übertretung dieses Gebots liegt also nicht erst dann vor, wenn der Ehebruch tatsächlich vollzogen wurde, sondern bereits dann, wenn er sich in Gedanken abspielt (Mk 7,20-23).

5.3.7.3 Ehescheidung Nach oben

Scheidung wird im Neuen Testament als Sünde bewertet: „Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden“ (Mk 10,9); einziger Ausnahmefall, für den die Scheidung zugelassen wird, ist Ehebruch des Ehepartners (Mt 19,9).

Wenn ein Geschiedener sich wieder verheiratet, bezeichnet das Markus-Evangelium dies als Ehebruch (Mk 10,11.12). Scheidung und Wiederverheiratung zu Lebzeiten des geschiedenen Ehepartners verstoßen nach weiteren neutestamentlichen Aussagen gegen das sechste Gebot. Wiederverheiratung nach vorausgegangener Ehescheidung wird in den urchristlichen Gemeinden offenbar — von gewissen Ausnahmen abgesehen — nicht akzeptiert (1Kor 7,10.11.39; Röm 7,2.3).

Die neutestamentlichen Aussagen zur Scheidung müssen im historischen bzw. sozialen Kontext der Antike gesehen werden: Sie dienten vor allem dazu, die Situation der Frau, die nur sehr eingeschränkte Rechte besaß, zu verbessern. Die Frau sollte davor geschützt werden, willkürlich von ihrem Ehemann verstoßen werden zu können.

Die vorstehend genannten Bibelzitate stellen die Kirche dessen ungeachtet vor die Frage, in welcher Art der Umgang mit Geschiedenen erfolgen soll; dabei ist das gesamte persönliche Umfeld zu beachten. Es kann schwierig sein, Entscheidungen zu treffen, die dem Geist des Evangeliums entsprechen. Immer ist im Auge zu behalten, dass Jesus dem Menschen nicht im Geist der Gesetzlichkeit des Alten Bundes, sondern im Geist der Liebe und Gnade begegnet ist (Joh 8,2-11).

Wie jede andere Sünde bedürfen auch Ehebruch und Ehescheidung der Vergebung. Kommt es zur Ehescheidung, haben in der Regel wohl beide Ehepartner dazu beigetragen; die Schuld des Einzelnen kann unterschiedlich groß sein. So gibt es Fälle, in denen ein Partner Gewalt ausübt oder die Ehe nicht mehr aufrechterhalten will. Es ist daher gut, wenn sich jeder ernsthaft prüft und Rechenschaft darüber gibt, welche persönlichen Eigenheiten und Verhaltensweisen zu der eingetretenen Situation beigetragen haben.

In Scheidung Lebende und Geschiedene werden nicht vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen. Sie haben ihren Platz in der Gemeinde und werden von ihren Seelsorgern vorbehaltlos betreut.

Geschiedenen, die erneut eine Ehe eingehen wollen, wird auf Wunsch der Trausegen gespendet. Damit soll ihnen die Möglichkeit zu einem Neuanfang gegeben werden.

5.3.7.4 Heiliger Wandel im Ehestand Nach oben

Die Ehe soll in Ehren gehalten werden und „das Ehebett unbefleckt“ bleiben (Hebr 13,4). Aus der Einsicht, dass der Leib des Wiedergeborenen Wohnung Gottes und auch Eigentum des Allerhöchsten ist, ergibt sich die Pflicht zu einem heiligen Lebenswandel (1Kor 6,19.20). Dies gilt insbesondere für das Verhalten in der Ehe (1Thess 4,3.4; siehe auch 13.3).

EXTRAKT Nach oben

Die Ehe ist die von Gott gewollte Gemeinschaft von Mann und Frau. Sie ist als ein Abbild der Gemeinschaft Christi mit seiner Gemeinde auf Unauflöslichkeit angelegt. Vor diesem Hintergrund ist es geboten, die Ehe zu schützen und zu fördern. (5.3.7.1)

Ehebruch im allgemeinen Sinn begeht, wer als Verheirateter mit jemand anderem als seinem Ehepartner bzw. wer als Unverheirateter mit einem ehelich Gebundenen geschlechtlich verkehrt. (5.3.7.2)

Eine Übertretung des Gebots liegt bereits vor, wenn der Ehebruch sich in Gedanken abspielt. (5.3.7.2)

5.3.8 Das siebte Gebot Nach oben

Du sollst nicht stehlen. Nach oben

5.3.8.1 Diebstahl in der allgemeinen Rechtsordnung Nach oben

Es ist verboten, sich am Hab und Gut eines anderen zu vergreifen. Dieses auf Gott zurückgehende Verbot des Diebstahls gehört zu den Grundsätzen menschlicher Rechtsordnung und dient dem Schutz und der Achtung des Eigentums.

Mit Eigentum soll aufgrund des Gebots der Nächstenliebe nicht geizig und selbstsüchtig umgegangen werden; Eigentum ist auch Verpflichtung.

Unter „Diebstahl“ versteht man im Allgemeinen das rechtswidrige Entwenden fremden Eigentums. Dabei kann es sich sowohl um materielle Dinge handeln als auch um geistiges Eigentum. Man darf sich Hab und Gut des Nächsten nicht unrechtmäßig aneignen und das Eigentum anderer nicht schädigen. Ebenso ist es untersagt, andere zu täuschen und sich so auf deren Kosten unbillige Vorteile zu verschaffen; eigenem Macht- und Gewinnstreben ist Einhalt zu gebieten. Die Würde und das Wohlergehen des anderen sind zu achten.

5.3.8.2 Verbot des Diebstahls im Alten Testament Nach oben

Ursprünglich sollte mit dem Gebot, nicht zu stehlen, vor allem der Menschenraub geächtet werden. Dabei ging es darum, den freien Mann davor zu schützen, geraubt, verkauft oder in Unfreiheit gehalten zu werden. Menschenraub wurde in Israel — im Gegensatz zu Eigentumsdelikten, die man durch materielle Entschädigung sühnen konnte — mit dem Tod bestraft: „Wer einen Menschen raubt, sei es, dass er ihn verkauft, sei es, dass man ihn bei ihm findet, der soll des Todes sterben“ (2Mo 21,16). Es handelte sich hierbei also um ein Vergehen, das mit der härtesten aller möglichen Strafen geahndet wurde.

Darüber hinaus wurde auch der Diebstahl von fremdem Eigentum unter Strafe gestellt; das mosaische Gesetz forderte Wiedergutmachung für das Gestohlene. In der Regel musste doppelter, bei schwerwiegenderen Fällen sogar vier- oder fünffacher Ersatz geleistet werden (2Mo 21,37; 22,3.6.8).

5.3.8.3 Verbot des Diebstahls im Neuen Testament Nach oben

Im Gespräch mit dem reichen Jüngling (Mt 19,16-23) zitierte Jesus das siebte Gebot. Gemäß Markus 7,20-23 bezeichnete der Herr den Diebstahl als Sünde, die ihren Ursprung im Inneren des Menschen hat und ihn verunreinigt. An diesen Stellen wird das siebte Gebot im herkömmlichen Sinn des Alten Testaments gedeutet.

In Johannes 10,1 wird es erweitert und auf eine geistige Ebene gehoben: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber.“ Damit sind solche gemeint, die zu Irrlehren verführen. Sie sind Diebe und Räuber, die sich wie Wölfe verhalten, unter den Glaubenden nach Beute suchen und sie aus der Herde Christi reißen wollen (Apg 20,29).

5.3.8.4 Unterschiedliche Formen des Diebstahls Nach oben

Wenngleich Diebstahl im eigentlichen Sinn dann vorliegt, wenn materielles oder geistiges Eigentum anderer entwendet wird, gibt es noch andere Formen. So kann auch Betrug Diebstahl im Sinn des siebten Gebots sein.

Die in Lukas 19,1-10 geschilderte Begebenheit erhellt diesen Aspekt. Das Vermögen des Zöllners Zachäus war nicht zuletzt durch Betrug zustande gekommen. Nachdem Jesus bei ihm eingekehrt war, versprach der Zöllner: „Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück“ (Lk 19,8). Dieses Beispiel weitet das Blickfeld für Diebstahl im Feld zwischenmenschlicher Beziehungen noch mehr: Auch Wucher, Ausnutzung einer Notlage, Veruntreuung und Unterschlagung gehören dazu. Betrug, Steuerhinterziehung, Korruption und Verschwendung von anvertrauten Geldern fallen ebenfalls darunter.

So fordert das siebte Gebot dazu auf, Hab und Gut des Nächsten in keiner Weise anzutasten oder ungerechtfertigt zu schmälern, ihn auch seiner Ehre, seines Rufes oder seiner Würde als Mensch nicht zu berauben.

EXTRAKT Nach oben

Es ist verboten, sich — in welcher Form auch immer — am Hab und Gut des Nächsten zu vergreifen. (5.3.8.1)

Das siebte Gebot fordert auch dazu auf, den Nächsten in seiner Ehre, seinem Ruf oder seiner Würde als Mensch nicht anzutasten. (5.3.8.4)

5.3.9 Das achte Gebot Nach oben

Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Nach oben

5.3.9.1 Ursprüngliche Bedeutung Nach oben

Das achte Gebot betraf zunächst die Falschaussage vor Gericht. Der Nächste (siehe 5.2.2) war für den Israeliten ganz allgemein der Mensch, mit dem er im Alltag umging. Sowohl eine falsche Anklage als auch eine unwahre Zeugenaussage konnten falsches Zeugnis sein.

5.3.9.2 Beispiele für falsches Zeugnis zur Zeit des Alten Testaments Nach oben

Bei der Behandlung von Tatbeständen, auf denen die Todesstrafe stand, mussten in Israel zur Zeit des Alten Testaments mindestens zwei Zeugen vor Gericht aufgeboten werden (4Mo 35,30). Beschuldigten diese den Angeklagten mit falschen Aussagen, wurde er bei entsprechender Verurteilung trotz seiner Unschuld hingerichtet (1Kön 21).

Stellte sich vor Gericht heraus, dass ein Zeuge falsch ausgesagt hatte, verhängte man die Strafe über ihn, die über den Angeklagten bei einem Schuldspruch verhängt worden wäre (5Mo 19,18.19).

In der jüdischen Weisheitsliteratur wird falsches Zeugnis mit allgemeiner Lüge in Verbindung gebracht: „Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen“ (Spr 19,9).

5.3.9.3 Beispiele für falsches Zeugnis zur Zeit des Neuen Testaments Nach oben

Jesus Christus hat mehrfach auf das achte Gebot hingewiesen (u.a. Mt 19,18). Er zeigte auf, dass die Übertretung dieses Gebots Ausdruck von verkehrter Gesinnung ist und den Menschen unrein macht (Mt 15,18.19).

Was es bedeutete, von falschen Zeugen beschuldigt zu werden, musste auch der Gottessohn erfahren: Das Todesurteil gegen ihn kam auf diese Weise zustande (Mt 26,57-66; Lk 23,2), und selbst nach seiner Auferstehung ließen die Hohepriester und Ältesten eine weitere Lüge verbreiten (Mt 28,11-15). Jesus Christus, „der treue und wahrhaftige Zeuge" (Offb 3,14), hat das Lügen der falschen Zeugen in königlicher Würde erduldet.

5.3.9.4 Falsches Zeugnis heute — Verbot von Lüge und Betrug Nach oben

Jedes falsche Zeugnis ist Lüge. Im erweiterten Sinn kann das achte Gebot als Verbot jeglichen unwahrhaftigen Handelns verstanden werden (3Mo 19,11). Aufgrund der menschlichen Unvollkommenheit gelingt es niemandem, in seinen Worten ausschließlich die Wahrheit zu sagen. Je konsequenter jedoch der Mensch in der Nachfolge Christi lebt, desto mehr wird sein Reden und Tun wahrhaftig sein.

Apostel Paulus rät: „Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten“ (Eph 4,25). Die Wahrheit mit dem Nächsten zu reden heißt aber nicht, dass jeder in jedem Fall dem Mitmenschen unangenehme Wahrheiten vorwerfen darf oder soll. Würde jemand schonungslos alle Fehler anprangern, die in seiner Umgebung geschehen, richtete er damit viel Unheil an. Auch das achte Gebot steht unter dem Grundsatz der Nächstenliebe. Man muss also sorgsam darauf achten, wie man zu anderen spricht und sich über andere äußert. Bezeichnenderweise heißt es in Sprüche 6,19, dass „ein falscher Zeuge, der frech Lügen redet“, Gott ein Gräuel ist, ebenso, wenn „Hader zwischen Brüdern“ angerichtet wird.

5.3.9.5 Weitere Verstöße gegen das achte Gebot Nach oben

Jeder ist gehalten, sich um Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit zu bemühen. Auch das Verhalten in Gesellschaft und Geschäftsleben soll sich am achten Gebot orientieren.

Außer dem falschen Zeugnis vor Gericht und der offensichtlichen Lüge verstoßen Notlügen, Halbwahrheiten, Aussagen, die den wirklichen Sachverhalt verschleiern sollen, und Verleumdungen gegen das achte Gebot. Auch sind Prahlerei und Übertreibung, Doppelzüngigkeit und Heuchelei, Verbreiten von Gerüchten, üble Nachrede und Schmeichelei Ausdruck von Unwahrhaftigkeit.

5.3.9.6 Falsches und richtiges Zeugnis im geistlichen Sinn Nach oben

Der dreieinige Gott ist Inbegriff der Wahrheit (Joh 17,17; 14,6; 16,13), der Teufel dagegen Vater der Lüge (Joh 8,44). Seinem falschen Zeugnis steht das wahre Zeugnis des Heiligen Geistes entgegen.

Christen sind dazu aufgerufen, ein wahrhaftiges Zeugnis abzulegen, indem sie das Evangelium glauben, verkündigen und einen ihm entsprechenden Lebenswandel führen.

EXTRAKT Nach oben

Das achte Gebot betraf zunächst die Falschaussage vor Gericht. Sowohl eine falsche Anklage als auch eine unwahre Zeugenaussage konnten falsches Zeugnis sein. (5.3.9.1)

Jedes falsche Zeugnis ist Lüge. Im erweiterten Sinn kann das achte Gebot als Verbot jeglichen unwahrhaftigen Handelns verstanden werden. (5.3.9.4)

Christen sollen ein wahrhaftiges Zeugnis ablegen, indem sie das Evangelium glauben, verkündigen und einen ihm entsprechenden Lebenswandel führen. (5.3.9.6)

5.3.10 Das neunte und zehnte Gebot Nach oben

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist. Nach oben

5.3.10.1 Unterschiedliche Zählweisen und Fassungen Nach oben

Die letzten zwei der Zehn Gebote sind inhaltlich eng miteinander verknüpft. Sie werden oft zusammen als zehntes Gebot gezählt, so zum Beispiel im Judentum, während im Christentum zumeist eine Aufteilung in das neunte und zehnte Gebot vorgenommen wird.

Diese beiden Gebote existieren in unterschiedlichen Fassungen. In 2. Mose 20,17 wird als erstes des Nächsten Haus genannt, hingegen erwähnt 5. Mose 5,21 zuerst die Frau.

5.3.10.2 Begierde — Anlass zur Sünde Nach oben

Kern des neunten und zehnten Gebots ist die Aussage: „Du sollst nicht begehren.“ Damit ist nicht jede Form menschlichen Verlangens untersagt, sondern die sündhafte Begierde nach der Frau oder nach dem Hab und Gut eines anderen. Solches Begehren verletzt — wie auch die Übertretung der anderen Gebote — das Gebot der Nächstenliebe (Röm 13,9).

Seit Anbeginn sucht Satan Menschen zur Sünde zu verführen, indem er Begierde und Lust auf Verbotenes weckt (1Mo 3,6). Adam und Eva geben diesem Begehren nach und fallen durch ihren Ungehorsam gegen Gottes Gebot in Sünde. Die Folgen sind in Jakobus 1,15 beschrieben: „Wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“

Begierde, verstanden als das sündhafte Verlangen, entsteht im Inneren des Menschen. Sie ruft unreine Gedanken hervor. Wird sie nicht beherrscht, folgt die Umsetzung des sündhaften Gedankens in die Tat. Dieser Zusammenhang geht auch aus Matthäus 15,19 hervor: „Aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung.“

Das neunte und zehnte Gebot stellen dem Menschen die Aufgabe, über die Reinheit des Herzens zu wachen. Dazu gehört das Bemühen, jeglicher Versuchung zu sündhaftem Tun zu widerstehen.

5.3.10.3 Begehren nach dem Ehepartner des Nächsten Nach oben

Im Alten Testament finden wir bei David und Batseba ein krasses Beispiel, wohin die Begierde nach der Frau des Nächsten führen kann: zu Ehebruch, Lüge und Mord (2Sam 11). Den Zusammenhang zwischen der Begierde nach der Frau des Nächsten und dem Ehebruch sprach auch der Sohn Gottes an (Mt 5,27.28). Das Verbot, die Frau des Nächsten zu begehren, betrifft nach christlichem Verständnis auch die Begierde einer Frau nach dem Mann ihrer Nächsten. Richtet sich die Begierde auf den Ehepartner eines anderen Menschen, liegt ein Verstoß gegen Gottes Gebot vor. In diesem Sinne lässt sich 1. Johannes 2,16.17 auch als Warnung vor solcher Begierde verstehen: „Alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges [hochmütiges] Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust.“

5.3.10.4 Begehren nach Hab und Gut des Nächsten Nach oben

Das Haus des Nächsten, sein Acker und sein Vieh stehen zur Zeit der mosaischen Gesetzgebung für dessen Eigentum, ebenso verhält es sich mit der Frau, dem Knecht und der Magd. Das Gebot untersagt, des Nächsten Hab und Gut zu begehren. Diese Begierde kann anwachsen bis zur Habsucht und entspringt zumeist dem Neid.

Die Begierde treibt den Habsüchtigen, sich den Besitz anderer rücksichtslos anzueignen. Oft werden Arme übervorteilt, indem Mächtige ihrem Besitzstreben ungezügelt Lauf lassen. Auch sind so unzählige Kriege entstanden.

Die Habsucht ist gemäß Prediger 5,9 maßlos wie die Geldgier und nicht zu befriedigen. Apostel Paulus nennt die Habsüchtigen „Götzendiener“ (Eph 5,5). Von Geldgier schreibt er als einer „Wurzel alles Übels“ (1Tim 6,10.11).

5.3.10.5 Überwinden des sündhaften Begehrens Nach oben

Galater 5,19-25 zeigt, dass sündhaftes Begehren sich in sündhaftem Verhalten äußert, in den „Werken des Fleisches“, die drastisch beschrieben werden. Von solchen Sünden soll sich der Christ fernhalten: „Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden.“ Apostel Paulus stellt die Aufgabe: „Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.“ Letzteres bedeutet, Frucht des Heiligen Geistes hervorzubringen: „Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit.“ Der Begriff „Keuschheit“ meint hier die Selbstbeherrschung, die sich in Mäßigung und Verzicht zeigt. Diese Tugend verhindert, dass aufkeimendes Verlangen zur Begierde wird.

Christen sind aufgefordert, ihrer Berufung entsprechend zu wandeln und sich zu bemühen, sündhaftem Begehren zu widerstehen: „Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr früher in der Zeit eurer Unwissenheit dientet; sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel“ (1Petr 1,14.15).

EXTRAKT Nach oben

Die beiden letzten Gebote sind inhaltlich eng miteinander verknüpft und werden oft zusammen als zehntes Gebot gezählt. Gemeinsamer Aussagekern ist die sündhafte Begierde nach der Frau oder dem Hab und Gut eines anderen. (5.3.10.1; 5.3.10.2)

Das neunte und zehnte Gebot stellen dem Menschen die Aufgabe, über die Reinheit des Herzens zu wachen. (5.3.10.5)