Katechismus

10 Die Lehre von den zukünftigen Dingen

Gottes Handeln zielt darauf, dem Menschen Heil zugänglich zu machen. Sein Heilswille gilt allen Menschen in Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Die Heilsgeschichte vollzieht sich nach Gottes weisem Plan (siehe 4.4). Die Gewissheit, dass Gott treu ist, lässt voller Zuversicht auf die Erfüllung weiterer göttlicher Verheißungen warten (Hebr 10,23).

Die Lehre von den zukünftigen Dingen (Eschatologie) hat ihre Grundlage in der Heiligen Schrift. Viele Hinweise zu Ereignissen der künftigen Heilsgeschichte sind in den Evangelien und den Briefen der Apostel enthalten.

Zentrale Aussagen finden sich in der Offenbarung des Johannes, die in bildhafter Weise von den künftigen Dingen spricht. In dieser wichtigen Quelle der Zukunftshoffnung bekräftigt der Herr mehrfach die Verheißung seines Wiederkommens, er enthüllt den Fortgang der Heilsgeschichte und gewährt damit Einblicke in sein künftiges Handeln.

10.1 Die Wiederkunft Jesu Christi Nach oben

Der zweite Glaubensartikel bekennt in enger Anlehnung an das Apostolikum: „Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, [...] aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er wiederkommen.“

Im neunten Glaubensartikel wird dies entfaltet: „Ich glaube, dass der Herr Jesus so gewiss wiederkommen wird, wie er gen Himmel gefahren ist, und die Erstlinge aus den Toten und Lebenden, die auf sein Kommen hofften und zubereitet wurden, zu sich nimmt.“

Jesus Christus kommt wieder — das ist eine Hauptaussage des Evangeliums. Seit seiner Himmelfahrt verkündigen die Apostel alter und neuer Zeit die Wiederkunft des Herrn. Bei diesem Ereignis von ihm angenommen zu werden, ist das Glaubensziel neuapostolischer Christen.

10.1.1 Verheißung der Wiederkunft Jesu Christi Nach oben

Jesus Christus hat in seinen Abschiedsreden seinen Aposteln die Verheißung seiner Wiederkunft gegeben: „Wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin“ (Joh 14,3). Diese Verheißung des Herrn wurde bei seiner Himmelfahrt von Engeln bekräftigt: „Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen“ (Apg 1,11).

An welchem Tag und zu welcher Stunde Jesus Christus wiederkommt, wissen weder Menschen noch Engel, sondern allein Gott. Der Gottessohn ruft immer wieder zur Wachsamkeit auf: „Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt“ (Mt 24,42; vgl. Lk 21,36).

Dass man zu jeder Stunde im Glauben wach sein und ihn erwarten soll, verdeutlichte Jesus auch in Gleichnissen (Mt 24,43-51; 25,1-30). Dementsprechend hielten die urchristlichen Apostel die Gläubigen an, sich auf die Wiederkunft des Herrn vorzubereiten. So sprach Apostel Paulus die Gemeinde zu Korinth mit dem urchristlichen Gebetsruf an: „Maranata!“ — was bedeutet: „Unser Herr kommt!“ oder: „Unser Herr, komm!“ (1Kor 16,22).

Der Aufruf zur Wachsamkeit kommt auch im Buch der Offenbarung des Johannes zum Ausdruck. Jesus Christus sagt dort: „Ich komme bald!“ (Offb 3,11; 22,7.12.20). Damit wird jeder Gläubige dazu aufgefordert, seine Lebensgestaltung bewusst auf die Wiederkunft Christi hin auszurichten.

Die Erwartung, dass sich die Verheißungen des Herrn erfüllen, steht heute ebenso im Zentrum des neuapostolischen Glaubens wie die Hoffnung, persönlich die Wiederkunft Christi und die Entrückung zu ihm zu erleben. In 1. Johannes 3,2 heißt es dazu: „Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“

10.1.2 Geschehnisse bei der Wiederkunft Jesu Christi Nach oben

Die Geschehnisse bei der Wiederkunft Christi werden in verschiedenen Paulusbriefen beschrieben:

1. Thessalonicher 4,15-17

„Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvor kommen werden, die entschlafen sind. Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.“

1. Korinther 15,51.52

„Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden.“

Philipper 3,20.21

„Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.“

Diese Bibelstellen sind von zentraler Bedeutung für den Glauben an die Wiederkunft Christi. In der Zusammenschau ergibt sich Folgendes: Bei der Wiederkunft des Herrn werden zuerst die Toten, die in Christus gestorben sind, unverweslich auferstehen und die Lebenden, die sich auf sein Kommen vorbereiten ließen, die Verwandlung erleben, ohne den leiblichen Tod zu erleiden. Tote und Lebende empfangen also einen Leib, der dem verherrlichten Leib Christi gleicht. Sie werden danach gemeinsam entrückt, dem Herrn entgegen, der nicht auf die Erde herabkommt. So werden sie in die ewige Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott geführt. Diese Geschehnisse gehören zur ersten Auferstehung, von der in Offenbarung 20,5.6 die Rede ist (siehe 10.5).

Die Aussagen in Matthäus 24,40.41 und Lukas 17,34 zeigen, dass bei der Wiederkunft Christi der Herr, die Menschen in ihrem Alltag antreffend, eine Scheidung, eine Trennung, herbeiführt, in diesem Sinn also ein Gericht vollzieht. Dazu spricht auch 2. Korinther 5,10: „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse“ (vgl. Röm 14,10). Diese Erkenntnis führt den Glaubenden nicht in die Furcht, sondern ermuntert ihn, das Ziel seines Glaubens konsequent anzustreben (1Thess 5,9).

Dass Jesus Christus seine Brautgemeinde zu sich holen wird, ist eine der Grundgewissheiten des neuapostolischen Glaubens. Aus ihr leitet sich für den Gläubigen auch die Hoffnung ab, den leiblichen Tod nicht erleiden zu müssen, sondern verwandelt zu werden: „Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden [...] weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat“ (2Kor 5,2.4.5). Die Entrückung bei der Wiederkunft Christi ist zunächst jenen zugesagt, denen die Wiedergeburt aus Wasser und Geist zuteilgeworden ist und die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen. Ob darüber hinaus Gott anderen Menschen die Gnade der Entrückung zuteilwerden lässt, entzieht sich menschlicher Beurteilung und unterliegt der Entscheidung Gottes.

10.1.3 Die Brautgemeinde Nach oben

Der Auftrag der Apostel besteht darin, die Kirche Christi auf die Vereinigung mit Jesus Christus bei seiner Wiederkunft vorzubereiten, nach den Worten des Apostels Paulus: „Ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte“ (2Kor 11,2). Die „reine Jungfrau“ verweist auf die „Braut“, ein Bild für die eschatologische Gemeinschaft der Heiligen (Offb 19,7).

Erst bei der Wiederkunft Christi wird offenbar werden, wer zur Braut des Herrn zählt. Zu den Kennzeichen derer, die zur Braut zählen werden, gehört, dass sie täglich auf die Wiederkunft Christi warten und beständig rufen: „Herr, komme bald!“ (Offb 22,17.20).

Für diese Gemeinschaft der Heiligen finden sich auch die Bilder von den „Hundertvierundvierzigtausend“ (Offb 14,1-5) und vom „Knaben“ (Offb 12,5). Diese Bilder zeigen ebenfalls wichtige Merkmale und Gegebenheiten.

Von den Hundertvierundvierzigtausend ist zu lesen: „Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf ihrer Stirn (...), die folgen dem Lamm nach, wohin es geht. Diese sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm, und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.“ Die Zahl 144.000 hat symbolischen Charakter. Sie ist abgeleitet von der Zwölfzahl der Stämme Israels und verweist auf göttliche Vollkommenheit.

Die Kennzeichnung mit dem Namen des Lammes und des Vaters bedeutet, dass die Hundertvierundvierzigtausend Eigentum Gottes sind. In der Nachfolge Christi führen sie ein Leben nach dem Evangelium in Wort und Tat („in ihrem Mund kein Falsch“, „untadelig“). Sie werden auch als „Erstlinge“ bezeichnet (im griechischen Text: „Erstlingsfrucht“), ein Hinweis auf die alttestamentlichen Opfergesetze. „Erstlinge“ sind all jene, die der Herr bei seiner Wiederkunft zu sich nimmt, bildlich gesprochen: die er „einerntet“ (Offb 14,15).

Offenbarung 12 spricht von einer mit der Sonne bekleideten Frau — einem Bild für die Kirche Christi (siehe 6.4.5) —, die einen Knaben gebiert. Dieser ist von einem Drachen bedroht, doch wird er zu Gott entrückt (Offb 12,5). Der Knabe symbolisiert die Schar derer, die bei der Wiederkunft Christi entrückt werden. Der Drache ist Bild für den Satan (1Mo 3,1; Offb 12,9). Er kann weder die Vollendung noch die Entrückung der Brautgemeinde verhindern.

EXTRAKT Nach oben

Die Lehre von den zukünftigen Dingen (Eschatologie) hat ihre Grundlage in der Heiligen Schrift. (10)

Eine Hauptaussage des Evangeliums ist die Wiederkunft Jesu Christi. Bei diesem Ereignis von ihm angenommen zu werden, ist das Glaubensziel neuapostolischer Christen. (10.1)

Jesus Christus hat den Aposteln seine Wiederkunft verheißen, Engel bekräftigten dies. Wann Jesus Christus wiederkommt, wissen weder Menschen noch Engel, sondern Gott allein. Jeder Gläubige ist aufgefordert, seine Lebensgestaltung auf die Wiederkunft Christi hin auszurichten. (10.1.1)

Bei der Wiederkunft Christi werden zuerst die Toten, die in ihm gestorben sind, auferstehen. Die Lebenden, die sich auf sein Kommen vorbereiten ließen, empfangen einen Leib, der dem verherrlichten Leib Christi gleicht. Gemeinsam werden diese alle entrückt und in die ewige Gemeinschaft mit Gott geführt. (10.1.2)

Die Apostel haben Auftrag, die Brautgemeinde auf die Wiederkunft Jesu Christi vorzubereiten. (10.1.3)

Erst bei Jesu Wiederkunft wird offenbar, wer zur „Braut“ des Herrn zählt, also zur Schar derer, die entrückt werden. Sie werden auch „Erstlinge“ genannt. Ein weiteres Bild für die Brautgemeinde ist der „Knabe“, ein Zahlensymbol für sie die „Hundertvierundvierzigtausend“. (10.1.3)

10.2 Die Hochzeit des Lammes Nach oben

Unmittelbar an die Entrückung der Braut schließt sich die Hochzeit des Lammes an. Das Bild des eschatologischen Hochzeitsfestes findet sich in Offenbarung 19,6-9. Es weist hin auf die unauflösliche Gemeinschaft der Erstlinge mit ihrem Herrn und die Teilhabe an seiner Herrlichkeit (Kol 3,4; 1Joh 3,2).

Schon in Jesaja 53,4-7 wird das Bild des Lammes verwendet; es zeigt, dass der kommende Messias sein Opfer zur Erlösung der Menschen in Ergebenheit in Gottes Willen bringt. Johannes der Täufer weist auf den Sohn Gottes mit den Worten hin: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Joh 1,29).

Vielfach wird in der Offenbarung des Johannes von Christus als dem Lamm gesprochen. Offenbarung 5,12 drückt aus, dass das geschlachtete Lamm den Sieg davonträgt. Das heißt, der erniedrigte und gekreuzigte Gottessohn ist zugleich der triumphierende und siegende. Der gekreuzigte Christus ist der Wiederkommende, der Bräutigam (siehe 10.1.3).

Während der Hochzeit des Lammes müssen die Menschen auf Erden die Herrschaft Satans, die große Trübsal, erleiden.

10.3 Die große Trübsal Nach oben

Solange das Erlösungswerk des Herrn auf Erden ist, bleibt die irdische Schöpfung unter einem besonderen Schutz Gottes (Offb 7,3). Nach der Wiederkunft Christi beginnt eine Zeit, in der die Menschen und die Schöpfung der Macht Satans ausgesetzt sind; alles wird leiden unter den damit verbundenen Verhältnissen.

Dieser Zeitabschnitt kann in Verbindung gebracht werden mit der in Offenbarung 3,10 benannten „Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen“. Dafür findet sich in der Heiligen Schrift die Bezeichnung „große Trübsal“ (Dan 12,1).

Die umfassende Machtentfaltung Satans in der großen Trübsal übertrifft bei weitem die Versuchungen und die Schwere der Bedrängnisse, die die Kirche vor der Wiederkunft des Herrn zu bestehen hat. Die Brautgemeinde wird vor Anbruch der großen Trübsal entrückt (Offb 3,10; 12,5.12).

Im Bild der mit der Sonne bekleideten Frau, die den Knaben geboren hat, werden diejenigen gezeigt, die zur Kirche Christi zählen, aber nicht entrückt worden sind. Sie erfahren weiterhin in der „Wüste“, also in einem Zustand von Drangsal und Entbehrung, göttliche Begleitung und geistliche Versorgung (Offb 12,6).

Auch in dieser Zeit der Herrschaft Satans und seiner Mächte werden sich Menschen standhaft zu Christus bekennen, den Antichristen nicht anbeten und wegen ihres Bekenntnisses getötet werden (Offb 13,10.15; vgl. Offb 14,12.13). Diese standhaften Zeugen für Christus werden zu Märtyrern.

10.4 Das Kommen des Herrn mit Kraft und Herrlichkeit Nach oben

Nach der Hochzeit im Himmel kommt der Sohn Gottes mit den Erstlingen auf die Erde zurück (Offb 19,11-16). Dies hat der Herr vorausgesagt als sein Kommen „mit großer Kraft und Herrlichkeit“ (Mt 24,29.30). Für alle sichtbar offenbart Jesus Christus nunmehr auf Erden seine göttliche Macht (Offb 1,7). Er, der König aller Könige und Herr aller Herren, nimmt Satan und dessen Anhang alle Macht und beendet damit die Zeit der großen Trübsal. Satans Anhang wird gerichtet (Offb 19,20). Satan selbst wird für „tausend Jahre“ gefangen gesetzt, „damit er die Völker nicht mehr verführen sollte“ (Offb 20,1-3). Nachdem Satan gebunden und in den Abgrund geworfen ist, findet die Auferstehung der Märtyrer aus der großen Trübsal statt (Offb 20,4).

10.5 Die erste Auferstehung Nach oben

Der Ausdruck „erste Auferstehung“ ist in der Heiligen Schrift nur in Offenbarung 20,5.6 zu finden, verbunden mit einer bedeutsamen Seligpreisung: „Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht.“ Diese Seliggepriesenen — also diejenigen, die bei der Wiederkunft Christi entrückt worden sind, und die Märtyrer aus der großen Trübsal — sind vom Endgericht ausgenommen.

In 1. Korinther 15,20.22-24 verweist Apostel Paulus auf die „Ordnung“ in der Auferstehung von den Toten: „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind [...] Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat.“

Apostel Paulus stellt also drei wesentliche Aspekte heraus:

  • Zuerst ist Christus auferstanden, er ist der Erstling derer, die auferstehen. Jegliche Hoffnung auf Auferstehung der Toten gründet sich auf die Auferstehung Jesu Christi.

  • Die Auferstehung „danach“ ist denjenigen verheißen, die Christus angehören, wenn er kommt: Bei seiner Wiederkunft auferstehen die Toten in Christus, die dann gemeinsam mit den verwandelten Lebenden entrückt werden (siehe 10.1.2). Im Zusammenhang mit Christi Kommen mit Kraft und Herrlichkeit ist den Märtyrern aus der großen Trübsal die Auferstehung verheißen. Diese beiden Ereignisse umfasst die erste Auferstehung. All denen, die daran teilhaben, gilt: „Sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre“ (Offb 20,6).

  • Das „Ende“, von dem Apostel Paulus in 1. Korinther 15,24 spricht, meint das Endgericht. Vor diesem findet die allgemeine Auferstehung der Toten statt.

10.6 Fortgang der Heilsgeschichte Nach oben

Nach Abschluss der ersten Auferstehung wird Christus auf Erden sein Friedensreich aufrichten. Seine Königsherrschaft wird uneingeschränkt offenbar. Er ist der Friede-Fürst (Jes 9,5); Satan wird gebunden sein und kann niemanden mehr zur Sünde verführen. Gleichwohl bleiben die Menschen weiterhin Sünder, da die Geneigtheit zur Sünde nicht aufgehoben ist. Es wird geboren und gestorben; der Tod ist noch nicht aufgehoben (Offb 20,14; vgl. Jesaja 65,20.21).

Davon ausgenommen sind die Priester Gottes und Christi, die einen geistlichen Leib haben, der dem des Herrn gleicht (1Kor 15,44).

Christi Königsherrschaft, an der er die Seinen als königliche Priesterschaft beteiligt, wird „tausend Jahre“ dauern — ein Symbol für eine lange, aber begrenzte Zeit (Offb 20,6). Ungehindert kann das Evangelium verkündigt werden; während dieser Zeit wird demnach Heil angeboten: Sowohl den auf Erden lebenden Menschen als auch den Seelen, die sich in den Bereichen der Entschlafenen befinden, wird die frohe Botschaft nahegebracht. So werden am Ende des Friedensreichs alle Menschen aller Zeiten das Evangelium Christi erfahren haben.

Das Friedensreich endet, wenn Satan losgelassen wird und letztmalig Gelegenheit hat, Menschen zu verführen. Nach seiner endgültigen Bezwingung wird er gerichtet und „geworfen in den Pfuhl von Feuer“ (Offb 20,7-10). Das Böse in jeglicher Form ist dann für ewig unwirksam.

Nun erfolgt die Auferstehung der Toten zum Gericht (Offb 20,11—15). Christus wird alle Menschen richten, die nicht an der ersten Auferstehung teilhatten.

Maßgeblich für das Urteil wird die Stellung sein, die der Mensch letztlich zu Christus einnimmt. Wer ihn ablehnt und nicht „geschrieben [ist] in dem Buch des Lebens“, verbleibt im Elend der Gottferne. Diejenigen, die im Endgericht Gnade finden, werden Bewohner von Gottes neuer Schöpfung sein und dürfen ewige Gemeinschaft mit ihm haben.

An jenen, die bereits als königliche Priesterschaft mit Christus im Friedensreich regierten, erfüllt sich in der neuen Schöpfung die Verheißung: „Seine Knechte werden ihm dienen und sein Angesicht sehen, und sein Name wird an ihren Stirnen sein. Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen keiner Leuchte und nicht des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offb 22,3-5).

Die Erwartung aus 2. Petrus 3,13 ist nun Wirklichkeit geworden: „Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt“ (vgl. Jes 65,17). Gott setzt eine neue Schöpfung an die Stelle der alten, und es erfüllen sich die Worte: „Er [Gott] wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein“ (Offb 21,3). Dieses Reich Gottes wird ewig sein; dann wird Gott sein alles in allem (1Kor 15,28).

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An die Entrückung der Brautgemeinde schließt sich die Hochzeit des Lammes an. Das Bild des eschatologischen Hochzeitsfestes weist auf die unauflösliche Gemeinschaft der Erstlinge mit dem Herrn hin. (10.2)

Jesus Christus als das Lamm bedeutet, dass der erniedrigte und gekreuzigte Gottessohn zugleich der triumphierende und siegende ist; er ist der Bräutigam. (10.2)

Nach der Wiederkunft Christi beginnt eine Zeit, in der die Menschen und die Schöpfung der Macht Satans ausgesetzt sind: die große Trübsal. Das Bild der mit der Sonne bekleideten Frau, die den Knaben geboren hat, verweist auf diejenigen Christen, die nicht zu Jesus Christus entrückt worden sind. Sie erfahren weiterhin göttliche Begleitung und geistliche Versorgung. (10.3)

Nach der Hochzeit im Himmel kommt der Sohn Gottes mit den Erstlingen auf die Erde zurück und beendet die Zeit der großen Trübsal. Satans Anhang wird gerichtet. (10.4)

Nachdem Satan entmachtet ist, findet die Auferstehung der Märtyrer aus der großen Trübsal statt. (10.4)

An der ersten Auferstehung haben die teil, die bei der Wiederkunft Christi entrückt worden sind, sowie die Märtyrer. Sie müssen nicht ins Endgericht. (10.5)

Nach Abschluss der ersten Auferstehung wird Christus auf Erden sein Friedensreich aufrichten. Am Ende des Friedensreichs werden alle Menschen aller Zeiten das Evangelium Christi erfahren haben. Nachdem Satan letztmalig Gelegenheit hatte, Menschen zu verführen, wird er endgültig bezwungen und gerichtet. Das Böse in jeglicher Form ist dann für ewig unwirksam. (10.6)

Es erfolgt die Auferstehung der Toten zum Gericht. Diejenigen, die im Endgericht Gnade finden, werden Bewohner von Gottes neuer Schöpfung sein und dürfen ewige Gemeinschaft mit ihm haben. (10.6)